pathognostik.net
Termine der Arbeitsgruppe
25.05.2019 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
29.06.2019 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
27.07.2019 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
31.08.2019 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
28.09.2019 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41


Termine der Intervisionsgruppe
Montag, 03.06.2019, 18:30 Uhr
Montag, 08.07.2019, 18:30 Uhr
Was ist Pathognostik?
Pathognostik: Wortschöpfung aus Pathos = Schmerz, Krankheit und Gnosis = Erkenntnis ⇒ Erkenntnis durch Krankheit
Anfang der 1980er Jahre entwickelte Rudolf Heinz zunächst unter dem Titel Anti-Psychoanalyse eine Praxis der Anwendung von Psychoanalyse auf Objektivitäten wie Kunst, Mythen und später dann auch technische Dinge. Daraus entstand die Pathognostik: Sie sieht Krankheit nicht primär verursacht durch den lebensgeschichtlichen Hintergrund des betroffenen Subjekt wie in der klassischen Psychoanalyse, sondern als einen Aufschluss des Produktionsgeheimnisses der Dinge selbst. Für die Pathognostik ist die individuelle Lebensgeschichte als Krankheitsursache zweitrangig gegenüber dem Verhältnis zwischen Symptom und dem von ihm betroffenen Dingverhältnis.
In Krankheit wird das Produktionsgeheimnis der Dinge gleichsam angezapft. Die Dinge sind in ihrer tautologischen Verfasstheit verschlossene Gewalt, und Krankheit ist ein ohnmächtig verstrickter Aufschluss dieser Gewalt. Insofern steckt in Krankheit ein Erkenntnispotenzial, über das der Kranke allerdings nicht verfügt. Krankheit ist eine hilflose Opposition gegen die Unbewusstheit der Objektivität und gegen die ihr entsprechende Ichautonomie.
"Krankheit - das ist das in die Fühlbarkeit des Subjekts ver-setzte (sich absolut gebende) Kriegsextrem der entsprechenden (dinglichen) Objektivität." (Was ist Patho-Gnostik; in: Kaum 1, 11)
Normalität ist Unbewusstheit, ihr entspricht die tautologische Verfasstheit der Dinge, die Verhüllung ihrer Genealogie (Epikalypse). In Krankheit zeigt sich das Produktions­phantasma von Objektivität. In seiner Entfaltung versteht sich Pathognostik als Ontologie- und Rationalitätsgenealogie.



Themen
Pathognostik: Abgrenzung zur Psychoanalyse, Therapieziel Gebrauchstravestie, Genealogie, Mythosophie, pathognostische Intellektualität
Körper und Dinge: Transphysiologie, Körpergedächtnis, Dingphantasma, Dinge und Inzest, Transsubstantiation, Dinge als Todestriebrepräsentanzen
Inzestformen: Mutter-Sohn-Inzest, Vater-Tochter-Inzest, Geschwisterinzest, Medien, Ursprungsaneignung, Triebtheorie, Sog der Indifferenz, Gottesphantasma und Inzestbegehren, Gedächtnis
Schuld: Schuld der Menschwerdung, Schuldfluchten, Scham und Schuld, tödliche Schuldakkumulation, Gewalt und Schuld, Projektion - Introjektion
Todestrieb: Urtrauma der Sterblichkeit, Masochismus, Todesentäußerung, Sadismus, Todestrieb und Eros
Nahrung: Anorexie, Adipositas, Analität, Exkremente
Sexualität: Sexualität und Gewalt, männliche Sexualität, weibliche Sexualität, Homosexualität, Weiblichkeitsopfer
Pathologie: Krankheit als scheiternde Entschuldung, Symptom, Körperkrankheiten, Psychopathologie, Phobien, Neurose, Perversion, Psychose, Paranoia
Traum: Autoreferentialität des Traums, Schlaf und Inzest, Wachen versus Schlafen, Traum und Tiefschlaf
Kultur: Technik, Bildende Kunst, Musik als Zeitdisposition, Musik und Gewalt, Literatur