pathognostik.net
Name
Passwort
Termine
28.10.2017 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
25.11.2017 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
27.01.2018 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
24.02.2018 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
31.03.2018 - 16:30-19:30
Arbeitsgruppe Pathognostik
Uni Düsseldorf - 2303.01.41
Was ist Pathognostik?
Pathognostik: Wortschöpfung aus Pathos = Schmerz, Krankheit und Gnosis = Erkenntnis ⇒ Erkenntnis durch Krankheit
Diese Website ist der Versuch, die Konzeption der Pathognostik von Rudolf Heinz von seinen Texten her darzustellen.
Anfang der 1980er Jahre entwickelte Rudolf Heinz zunächst unter dem Titel Anti-Psychoanalyse eine Praxis der Anwendung von Psychoanalyse auf Objektivitäten wie Kunst, Mythen und später dann auch technische Dinge. Daraus entstand die Pathognostik: Sie sieht Krankheit nicht primär verursacht durch den lebensgeschichtlichen Hintergrund des betroffenen Subjekt wie in der klassischen Psychoanalyse, sondern als einen Aufschluss des Produktionsgeheimnisses der Dinge selbst. Für die Pathognostik ist die individuelle Lebensgeschichte als Krankheitsursache zweitrangig gegenüber dem Verhältnis zwischen Symptom und dem von ihm betroffenen Dingverhältnis.
In Krankheit wird das Produktionsgeheimnis der Dinge gleichsam angezapft. Die Dinge sind in ihrer tautologischen Verfasstheit verschlossene Gewalt, und Krankheit ist ein ohnmächtig verstrickter Aufschluss dieser Gewalt. Insofern steckt in Krankheit ein Erkenntnispotenzial, über das der Kranke allerdings nicht verfügt. Krankheit ist eine hilflose Opposition gegen die Unbewusstheit der Objektivität und gegen die ihr entsprechende Ichautonomie.
"Krankheit - das ist das in die Fühlbarkeit des Subjekts ver-setzte (sich absolut gebende) Kriegsextrem der entsprechenden (dinglichen) Objektivität." (Was ist Patho-Gnostik; in: Kaum 1, 11)
Normalität ist Unbewusstheit, ihr entspricht die tautologische Verfasstheit der Dinge, die Verhüllung ihrer Genealogie (Epikalypse). In Krankheit zeigt sich das Produktionsphantasma von Objektivität. In seiner Entfaltung versteht sich Pathognostik als Ontologie- und Rationalitätsgenealogie.


Der pathognostische Blick auf das Menschheitsprojekt ist unrettbar pessimistisch:
"Wir sind uns selbst schier ungewachsen, hoffnungslos der Selbsterlösung harrend, dem Hiatus zwischen der großen Emergenz des Selbstbewußtseins, dem, wie gottes­beweislich, Sichwissendenwissens, und, unausweisweislich kontradiktorisch, der tödlichen Sterblichkeitsschande - ratio essendi gar, on dit, jener, der humanen Erektion, wissenschaftsimperial materialistisch ungetröstet, zumal gewaltprovokant also alieniert -, der Weisheit allzeit vorletzter Schluß, restlos ausgeliefert."
Rudolf Heinz, Pathognostische Interventionen I, 57

Neuzugänge (Themen)
eine Auswahl philosophischer und psychopathologischer Begriffe, die von der Pathognostik bedient werden können