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Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik am 02.04.2016

Notizen zum Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik 02.04.2016
(Leitung des Treffens: Rudolf Heinz, Thomas Petersen)
Dass die Dinge krank seien, war in der Gruppe angezweifelt worden. Aus dieser Frage entwickelte sich eine Diskussion über Grundlagen der Pathognostik.
Das Subjekt konstituiert sich über die Entäußerung des Todes, der Sterblichkeit in die Dinge. Die Dinge sind "Todesdeponien" (Th. Petersen). Über die Konsumtion der Dinge findet eine Rückentäußerung des in die Dinge entäußerten Todes statt.
Dinge sind Projektionen. Was ich projiziere, will ich loswerden. Was ich loswerden will, ist meine Sterblichkeit.
Der zweckrationale Gebrauch der Dinge ist nur ihre Hülle, die in der Krankheit einen Riss bekommt. In diesem Riss zeigt sich die existenzial-ontologische Dimension der Dinge. Diese ist die Waffenförmigkeit der Dinge. Die Waffe ist der Inbegriff der Ichpotenz als Todesverleugnung.
Insofern sind die Dinge auch Schuldabsorptionsmöglichkeiten, Exkulpate. Sie können fungieren als Therapeutika des Körpers.
Mit der Frage nach der Dingproduktion kommt man auf den Schuldzusammenhang.
Der zunehmenden Ausbreitung von Gewalt und Krieg entspricht eine Schizophrenisierung der symbolischen Ordnung, die deshalb immer weniger in der Lage ist, die Dinge zu disziplinieren. Sie entfalten ihre Waffenförmigkeit. Die mediale Beschleunigung bedeutet den Verlust der Kontrolle der Dinge. Diese entspricht der Psychose als Floaten des Zeichenstroms ohne Einschnitte (S. Winter). Demgegenüber wäre die Neurose ein Ordnungsfaktor mit ihrer Insistenz auf Regel und Blockade.
Projekt: Darstellung der Pathognostik als Wörterbuch (in kristallisierter Form - S. Winter). Drei Ebenen wären nach S. Winter zu unterscheiden: Begriffsbestimmung - Kontextualisierung (Bezüge zu anderen Entwürfen) - Entwicklungen (konzeptuelle Veränderungen).
Rudolf Heinz: Ich sehe mich in der Tradition der Mystik, die ja mit einem Bein in der Häresie steht; ich dagegen stehe darin mit beiden Beinen. - Eine Äußerung, die unbefragt blieb.