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Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik am 27.02.2016

Notizen zum Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik am 27.02.2016
Gegen Ende des Treffens äußerte sich Rudolf Heinz zum "Ethos" der Pathognostik: "Ich sehe keine Erlösung, ich sehe nur Unheil, es gibt keine Auswege, nur Inwege."
Die Sichtweise der Pathognostik sei nur ein differierender Aufschub, eine différance (Derrida). Ein Versuch, metonymisch dem Gefangensein in der Metapher zu entkommen. Aufklärung also.
Es ging um Phobien am Beispiel der Akrophobie. Th. Petersen lieferte die Vorgabe, indem er von seiner Höhenangst erzählte und sie zugleich pathognostisch versiert auslegte.
Alle Phobien sind raumbezogen.
In der Phobie verfalle ich der Faszination der Kriegsförmigkeit (Martialität) der Dinge, der Phobie geht eine Anmaßung voraus. Bei der Akrophobie ist es die Höhe, die das Alles-sehen-wollen ist. Man denke an Türme oder an den Feldherrnhügel beim Militär.
Sehen ist Begehren, Bemächtigung. Bemächtigung läuft auf Fusion hinaus. Der Körper folgt als Geschoss dem Blick in die Tiefe und vereinigt sich im Sturz mit dem phobischen Objekt.
Der Phobiker will zu dem phobischen Objekt werden und wird für diese Anmaßung bestraft. Die Anmaßung liegt jedoch im phobischen Objekt selbst, in seiner Produktion als menschliches Artefakt (Schuld der Produktion). Insofern sind alle Dinge krank (Präzedenz der kranken Dinge).
Das Produktionsmotiv der Dinge ist die Parade gegen den Tod (als Über-Leben), die vorgestellte Gewalt des Todes wird adaptiert in der Produktion der Dinge (was ihre Gewaltförmigkeit ausmacht). Subjektivität entsteht als Effekt der Konsumtion der Dinge, als Rekonsumtion des in den Dingen verworfenen Todes.