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Notizen zum Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik 27.08.2016
(Gesprächsleitung: Karl Thomas Petersen, in Abwesenheit von Rudolf Heinz)
"Die Hölle, das sind die anderen" (Jean-Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft)
Der Andere ist die Hölle, weil er kein Ding ist. Er verweigert sich der narzisstischen Zurichtung als Spiegelung meines Selbst. Narzissmus ist ein Bemächtigungsphantasma.
Der Waffenhaftigkeit der Dinge entspricht die Kriegslüsternheit der Subjekte als Verdinglichung des Anderen. Es gibt eine ursprüngliche Aggressivität des Menschen, gründend in der anfänglichen Notsituation des Kindes. Das bedeutet, dass es grundsätzlich kein friedliches Verhältnis zum Anderen gibt.
Es gibt Nicht-Signifizierbares (Trauma, das Zusammenhanglose). Psychose wäre die Anmaßung, das zu signifizieren, was sich nicht signifizieren lässt, worin sie scheitert. Psychose ist die Auflösung der signifikativen Hülle. Die Pathognostik erhebt den Anspruch, eine absolvente Mimetik an die Psychose zu leisten ("Psychosenmimetik")
Krankheit ist Verweigerung des Repräsentationsverhältnisses. So will zum Beispiel der Phobiker zum phobischen Objekt werden (dann würde jedes Begehren und Leiden stillgestellt). Jede Krankheit enthält ein Erlösungsphantasma. Pathologie will den Mangel aus der Welt schaffen.
Petersen: "Jeder Kranke ist ein potenzieller Suizid-Terrorist."
Die Mangelhaftigkeit der Repräsentation ist die Existenzgarantie der Dinge. Der Überhang des Dings ist die existenzrettende Differenz. Die Ausscheidungen sind Differenzanmahnungen (Zeichen der unvollständigen Produktion).
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