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Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik am 25.02.2017
Notizen zum Treffen der Arbeitsgruppe Pathognostik 25.02.2017
(Leitung des Treffens: Rudolf Heinz, Thomas Petersen - Thema: Abwehrmechanismen)
Bezugnahme auf einen Text von Rudolf Heinz, (Meta)theorie der Abwehrmechanismen (Pathognostische Studien XI)
Hinsichtlich Abwehr kann man fragen:
Was wehrt ab, das Ich oder das Über-Ich? (Ist es das Über-Ich, sind pathologische Symptome die Folge.)
dann: Was wird abgewehrt?
und: Wie wird abgewehrt?
Zwei Gruppen der Abwehrformen werden in dem Text von Heinz unterschieden: Verdrängung und Projektion-Introjektion-Idealisierung.
Bei der Verdrängung ist die Adresse der Abwehr das Unbewusste, bei den projektiven Abwehrformen ist es der intersubjektive andere.
Oder kann man die Abwehrformen unterscheiden nach psychotischen, neurotischen und sogenannten reifen (wie Sublimierung)? - Frage von Cremanns
Auf der Suche nach Differenzierung noch einmal die Frage: Was wird abgewehrt, was muss abgewehrt werden?
Was wird abgewehrt, bezogen auf den Ödipuskomplex, auf den Narzissmus, auf den Todestrieb?
ödipal-triebtheoretisch:
Was wird abgewehrt im Wunsch des Vatermords und des Mutterinzests: der negative Ödipuskomplex, also der Vaterinzest und der Muttermord. Letztlich wird abgewehrt die Selbstgründung, die Selbsterzeugung. Man kann keinen Trieb geltend machen, der abgewehrt würde. Ich bin mir selbst mein eigener Ursprung, das ist das ganze Geheimnis des Ödipuskomplexes. Und das ist in sich gewaltförmig. Der negative Ödipuskomplexes bedeutet letztlich eine universale Homosexualisierung.
Der positive Ödipuskomplex muss nicht abgewehrt werden, weil er eine Kompromissform zwischen den Generationen, den Geschlechtern ist. Wie sieht das aus? Vater schützt den Sohn davor, in die Fänge der Mutter zu geraten. Was macht die Mutter? Die Mutter unterlässt es, den Sohn zu verführen. Im Zweifelsfall bedeutet sie dem Sohn: du bist nicht mein Mann. Wenn das gelingt, dann wäre das ein nicht abwehrwürdiger Ödipuskomplex.
narzissmustheoretisch:
Selbstgründung als Selbstverhältnis, ohne Bezug auf die Eltern. Abgewehrt wird die Selbstkoinzidenz, der Kurzschluss mit sich selbst.
todestriebtheoretisch:
Beim Todestrieb geht es um die Verdinglichung des anderen. Es gibt keinen Bezug zum anderen, der nicht verdinglichend, also vernichtend wäre.
Die Verdinglichung des anderen setzt sich fort in die Dinggeburt und in die Entstehung der dinglich-objektiven Kultur. Der Todestrieb ist die Brücke zur Kultur.
Warum Todestrieb? Beim Todestrieb geht es immer darum, die Sterblichkeit zu parieren, aus der Welt zu schaffen durch Gewaltanwendung, weil man sich vorstellt, dass der Tod/Sterblichkeit der Inbegriff der Gewalt ist.