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Pathognostische Miniaturen
Dieser Text von Rudolf Heinz ist erschienen in: "Pathognostische Studien III" (1990), Essen 1990, 316
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Weiteres zur Archäologie von Intellektualität
Früheste Sauberkeit geht gewiß mehr auf ein Unterlaufen der notorischen Phasen-Konfliktuösität durch die Mutter zurück, die vor der Zeit vielleicht noch im Nachhall des "oralen" Übersichergehenlassens ihr Erziehungswerk beginnt, als auf besondere traumatisierende Gewaltanwendung. Auch müßte man erwägen, ob diese Überfrühe nicht auch den einschlägigen "Narzißmus" insbesondere stimuliert; und vor allem ob es auf diesem abweichenden Wege gar nicht so recht zur Ausbildung eines Dejektbewußtseins der widrigen Abtrennung kommt. Solches würde den Zwischenwert von Intellektualität mindest begünstigen und damit den üblichen Dingbezug mindest modifizieren.
Neben den vielen Determinanten wäre auch noch der Ausfall der Ausbildung von Übergangsobjekten zu erwägen oder besser die womögliche Fixierung auf phonetische Übergangsphänomene, was gewiß dann die intellektuelle Sprach- und Schriftfetischisierung miterklären könnte. Dieser Ausfall hat wohl auch Schwächen in der Raumorientierung, insbesondere im Sinne der Platzpossesion zur Folge - eine Schwäche, die sich dann durch eine besondere Härte verbaler Platznahme überkompensieren mag. Problem aber wäre, wie Psychose aufgehalten wird, ohne in dieser Aufhaltung verschlossen zu werden. Mitnahme der Anderen-phoné? Auch wäre zu erwägen, ob unerkannt als Übergangsobjekte etwa Pflanzen, Pflanzen mit eßbaren Teilen, fungierten. Zeitbewußtsein in diesem Zusammenhang? Pflanzenmimesis?

© Prof. Dr. Rudolf Heinz.