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Treffen der Assoziation Pathognostik im Jahr 2015

Notizen von Treffen der Assoziation Pathognostik im Jahr 2015
(zu einer Pathognostik des Stuhls und der Stuhlphobie)
Der Stuhl ist eine Dingprothese und wie alle Dinge den Menschen überlegen. Sie sind vollkommener als die Menschen. Die Überbietungsfunktion der Dinge macht diese zu Göttern. Das Arkanum ist in die Dinge eingesperrt.
Der Stuhl ist eine Mutterleibsleiche (wie alle anderen Dinge auch). Ich setze mich auf die tote Mutter. Indem ich mich setze, bestätige ich den Muttermord. Die Mutterleiche ist die zentrale Passion des Abendlandes. Wir sind alle Muttermörder.
Der Gebrauch realisiert sich über eine Ödipalisierung; setze ich mich auf einen Stuhl, werde ich filialisiert. Ich sitze auf den toten Eltern. Im Sitzen bin ich von den toten Eltern abhängig. Die tote Mutter ist Stoff, Materialität (Stoffpotenz), der tote Vater Form, Struktur (Formpotenz). Setze ich mich auf einen Stuhl, werde ich somit Teil eines Verbrechens (dem Mord an den Eltern). Befähigt dazu werde ich durch die Ichpotenz, die eine Schuldakkumulation darstellt.
Unterscheidung von Gebrauch (Konsumtion) und Produktion. Produktion ist die Urgewalt.
Transsubstantiation der Dinge. Verweis auf die Transsubstantiation von Brot und Wein in Fleisch und Blut des Gottessohnes in der katholischen Kirche. Die Eucharistie als Gottesfraß. Es ist im katholischen Glauben als reale und nicht symbolische Verwandlung gemeint. Das Gleiche geschieht in der Psychose und im Traum; die Dinge werden lebendig. Es ist kein Verlass auf die disponible Totheit der Dinge.
Jede Normalität ist zwanghaft, sie ist ein Anankasmus (Tautologiestatus der Dinge).
Das Phantasma der Tötung ist die absolute Disposition. Das Leben ist fundiert in einer Ausbreitung des Todes.