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Rudolf Heinz: Deliramenta parva
Stur obsolet, wie ich, "scriniarius", bin, schreibe ich meine Arkana mit rechter Hand und Kuli, redigiere die waste Rohfassung wiederum chirographisch (wie anbei gezeigt), und anfertige folgend, auf meiner alten "Olympia", ein lesbares Typoskript daraus. Ab "quo facto", zur PC-Text-Fremderfassung auf Rechnung, mit den entsprechenden Korrekturgängen hinterher! Und, mit etwas unterdessen beständigerem, wenngleich kostspieligem - Glück, ebenso mit einigem Hin-und Her, kommt meine - des öftern so gescholtene - schriftliche Mentalonanistik in einem brauchbaren Verlag, und damit am liebsten für die ganze Welt, unter.
Notorische Häme auch - sie trifft mich gar nicht: das könnte ich doch weitaus kostengünstiger und unaufwändiger haben: nämlich, ganz einfach umstandslos, auf dem PC texten. Nein - mitnichten zwar einbehalte ich meine - so ja aprobaten - Texte, ich behalte sie bloß, derart blande, sehr lange bei mir, lasse zudem mich für diese meine dezente fetischistische Hege (allzeit in umfassender Obhut von HH) was kosten, leide gebührend auch an der, wenn alieniert, "Herrenlosigkeit der Schrift" daß sie, ja, ja, "ohne Beistand des Vaters" promiscue umherirrt.
Man möge mir, bitte, dies Ausnahmeglück noch eine Weile gönnen: exsultiert von Schrift, die, göttlich, sich selber schreibt; nur daß sie, zur Sühne dieser Auserwähltheit, harte Wortfindungs- und·Schöpfungsmühen erheischt. Und schon sind, ob meiner alten Latinophilie, die betreffenden Lexika verschlissen, und (Psychosenverdacht) meine Neologismen - ich zähle sie nicht mehr.
Oktober 2014
© Rudolf Heinz