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Pathognostische Miniaturen

Rudolf Heinz: Drittennot
Erschienen in: Pathognostische Studien XIII, Essen, Die Blaue Eule, 2014, 18
Dieser Text ist vom Autor für die private Online-Lektüre freigegeben. Jede weitere Verwendung bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Autors. © Prof. Dr. Rudolf Heinz.

Drittennot
Weshalb, japanesisch, auf die Spitze getrieben, das permanente mutuelle Sichablichten, nebst des dinglichen Environments? Kulturanthropologen vor!
Jedenfalls kommt dieser Art von blickbezogen inflationärer Imaginarisierung, witzmäßig wohlgelingend, das Mandat zu, den Horror des "Realen", den insbesondere homo-nackt tödlichen Anderen sowie, nicht zuletzt, die transsubstantiativ mortiferent auflauernde Gegenständlichkeit, die gespenstische Warenabundanz, zu bannen. Obsekrationsparade dieser unablässigen "paranoid-schizoiden" Umzingelung, spielerisch gebrochen, tamponiert freizeitüberantwortet, medienästhetisiert, so als mitnichten stehe das Leben nicht selbst zur Disposition.
An der Enquete weiterer, der unzählig kompletten Modi dieser todestrieblichen Rettung, der nicht selten überbesetzten Drittensoteriologie, ist gewiß aber keine Not. Sitzen wir uns - Hebe-und-Hermes-like, irdisch - allabendlich gegenüber, konzentriert sie sich zu den metadrittenüberwertigen Meditationen - welchen Gefährdungsgrads? - just darüber.