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Pathognostische Miniaturen
Dieser Text von Rudolf Heinz ist erschienen in: "Pathognostische Studien III" (1990), Essen 1990, 315
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Konsumtion
Zugemutet ist dem Gebrauchsgelingen die Beglaubigung (buchstäblich) des Dingphantasmas insgesamt, also der Fundamentalverstellung der Todesuniversalisierung als Menschlebensinbegriff; was keinerlei genealogische Traumatisierung, Prozeßaufkommen der einschlägigen Elemente, verträgt; und notorisch den Aufriß dieser Elemente als Krankheit zur Hypersühne, "Gebrauchsstreik", verhält.
Zu diesem pathognostischen Theoriestande noch die folgenden Differenzierungen:
Allem Anschein nach neigt die Dingselektion in Pathologie dazu, Ding-Medien (Instrumentalitäten) exklusiv zu machen; nicht also Dinge, in denen Mittel und Zweck koinzidieren; Dinge aber auch, die bedingterweise in den Status von medialer Nacktheit übergeführt werden können (wie bei bestimmten Phobien zum Beispiel). Weshalb? Weil Ding-Medien eben die nachträgliche Ding-Mortalität des Übergangs, der Rücküberschreitung selber sind. Krankheit als Kollaps der Opferreproduktivität als ver-mittelte Konsumtion.
Wie vielfach schon vorausgeführt, enthält die konsumtionsfundierende Rücküberschreitung die "Sinnen"-Metabasis vom Sehen zum Sprechen/Hören hin. Was heißt, daß die besagte Phantasma-Beglaubigung hier Angelegenheit von Sprache ist; das Verbum als Glaubensinbegriff; so daß sich Lacans Dictum vom Unbewußten, das wie eine Sprache strukturiert sei, umfassend bestätigte. Rationalität, die nur geglaubt werden kann; und die Glaubensexekution bestände entscheidend in den "Phantasien", objektiv dem Reklamewesen.
Wie stellt sich außerhalb der Konsumtion als Essen/Verdauung der Rückstand/die Exkremente dar? Das Zurückbleiben besteht generell im unabdingbaren Depressionsmoment, dem Nichtaufgang des Selbst im gebrauchten Ding, diesem Aufschub im Akt der Konsumtion selber, dessen Auch-Opferhaftigkeit notorisch dazu neigt, sich als abschließenden Rechtstitel der Verwendung (Pseudos der Rückerstattung!) auszugeben. Die Bearbeitungsmodi dieses Depressionsmoments wären einmal genau zu recherchieren.

© Prof. Dr. Rudolf Heinz.