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Pathognostische Miniaturen
Dieser Text von Rudolf Heinz ist erschienen in: KAUM 2. Halbjahresschrift für Pathognostik, Wetzlar 1986, 33
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Krankheitswahl
Worin besteht der Distributionsschlüssel, betreffend den Eingehensgrad der Resorption ([Rück]aneignung) der Vorbehaltlichkeit des Ding-internen Noumenalen? So lautete die pathognostisch transskribierte Frage nach dem Kriterium der »Krankheitswahl«; worüber ich bereits im Berliner Heiligkeitsbeitrag gehandelt habe. Auch hierbei ist der Dispens des Subjektivismus allentscheidend.
Offensichtlich hat der gesuchte Distributionsschlüssel mit der immanenten Risikoeinschätzung der Konservierungsgewähr eben der besagten Dingverfassung (Schuldabsorption, Verschluß etc.) exklusiv zu tun: hier ist durchaus ein Verteilungsalgorithmus am Werke, der zumal immer dann in die Dingintimität hinein abdriftet, wenn sich die lebensgeschichtliche Krankheitswahlerklärung, die übliche, vordringlich macht. Diese aber kann nichts anderes sein als der subjektivistische Reflex des Vorausgangs der Wahlversion en gros nach dem angedeuteten Risikomaßstab. Schlagwortartig: Es liegt am Stand der Industrie, welche Krankheiten gewählt werden können; Krankheiten - in denen sich ja (im Sinne des Kriegspendants) der Ordnungsruf der Gerichtsbarkeit der Dinge, ihrer Konsumtionshuld ganz entgegen, kundtut; und es bedarf dann freilich des immerwährenden Ausgleichs zwischen dem hypertroph-transitorischen Zur-Raison-Bringen der Raison (als Krankheit hier) und dem schlicht irenischen Funktionieren derselben (als Normalität); dies mindest.

© Prof. Dr. Rudolf Heinz.