Arbeit als Opfer
"Wohlgehütetes Arbeitsarkanum = die Kontamination vom Schuld und Sühne, Abgeltung kurzum der Produktionskriminalität durch das große Opfer der Arbeitskraft. Arbeit, bürgerliches Fundamentalaxiologikum, besteht somit in der Absolvenz aller objiziert versammelten Symptomkriterien, der dinglichen Externalität des »primären Krankheitsgewinns«: maliziöse Abbüßung der zirkulär aufrechterhaltenen Materiemakulation. Loswerden ins sich ver­schleiernd sich in seiner Schuldimplikation entziehenden Außenvor, reifizie­rende Dimission der »Urverdrängung« - in sich schon der erstgeboren schuldflüchtige, dilatiert wiedereingeholte Befreiungsakt, dessen einbehal­tende Hintertreibung - Krankheit = scheintriviale Arbeitsblockade - den generellen Inbegriff von Pathologie dann ausmacht. Anscheinend können wir, die Gattung überhaupt, essentiell nichts anderes im betörten Sinn haben, als systematisch die Epikalypse der Produktionsdelinquenz zu agitieren, die schwersten Exkulpationsgeschütze aufzufahren, um satisfaktionserschaffend unsere - bislang notwendigen - Subsistenzkruditäten zu entsühnen."
Pathognostische Interventionen V, 68f.
Wissenschaft als realisierte Metaphysik
"Der Schein des Respekts vor der absoluten Differenz, der von Sein und Nichts, scheint reichlich belohnt durch die unbegrenzte exklusive Differenzierung des genichteten Seins in allem Seienden; der abendländische Säkularismus, diese Inkarnationshypertrophie, als große szientistische Entschädigung für die gar in obligaten Despekt verkehrte Devotion vor Metaphysik: Wissenschaft - die (im doppelten Sinne der Bezeichnung) Exekution der Metaphysik bis zum vorletzten."
Hype-Thinking. Über Dingdimensionen und Inzestformen, 14