Medien und Geschwisterinzest
"Geschwisterlichkeit, das Bruder-Schwester-Verhältnis ist die kognativ-leibliche Entsprechung zu den audio-visuellen dinglichen Medien, mythologisch vorweggenommen in den Zwischenwesen (Engeln) als göttlich verstatteter Bruder-Schwester-Inzest. Was folglich heißt, daß in der Epoche der als Technik vorherrschenden Medien Geschwisterlichkeit, offensichtlich im Sinne der Einebnung des Geschlechtsunterschieds (des sozusagen weltlich gewordenen hybriden Wesens der Engel), sich als Organisationsnorm des Geschlechterverhältnisses und der Intersubjektivität insgesamt behaupten muß."
»Alle Menschen werden Brüder ...«. Mytho-philosophische Anmerkungen zum Geschwisterproblem; in: Pathognostische Studien V, 19
Ausstoßung - Einbehaltung - Entwertung
"In der »analen Phase« besteht das inzestuöse Begehren des Kleinkindes in der Einbehaltung der Exkremente (»anale Retention«). Und davor in deren gewaltsamer Ausstoßung (»anale Elimination«), in deren Waffengebrauch sozusagen; nur daß der Angriff gegen die Mutter nicht verfängt, da ja die Waffe aus ihrem eigenen Kadaver besteht, sie zu sich selbst im Toten heimkehrt. (...) Elimination und Retention der Exkremente, deren inzestuösen Besetzung drittenseits wiederum gewehrt werden muß, diesmal in der Art von Entwertung und Verschwindenlassen, und dies zumal gegen den koprophagischen Widerruf der Hergabe."
Ödipus und kein Ende; in: Pathognostische Studien X, 90