⇒ Zugriff auf das Dinggeheimnis
"Die Wundermetabasis der Inzeste, inbegrifflich des apostrophierten Letztinzests, in absolvente Dinglichkeit hinein setzt sich zwar als der große Befreiungsschlag namens materielle Kultur in Szene, schleppt jedoch in deren Arkanum, kryptisch, das Insgesamt der inzestuösen Unbilden, reifizierter Sprengstoff, weiterhin mit sich herum - und harrt so der martialischen Emanzipation. (Psycho)pathologie nun hält diesen terrorisierenden Wartestand (weshalb?) nicht aus, sieht sich gezwungen, vorsorglich auf Schutzsuche zu gehen, indem sie die Dinge, innerst, deren universelle Waffenhaftigkeit, anzapft, so tut, als ob sie bereits zerborsten wären, um sich ins fiction deren Explosionsdampfs einzuhüllen."
Dichtung und Wahrheit über den »Todestrieb«. Versuch einer Revision; in: Pathognostische Studien XI, 66
⇒ Alles sein bei Selbsterhalt
"»Narzißmus« nämlich besagt in aller Triebhaftigkeit das Begehren, selbst Alles zu sein, in Allem, bei restlosem Selbsterhalt, aufzugehen, Alles sich zueigen zu machen, ohne Rückstand und Selbstverlust. Wahrlich der göttliche Zustand! (Wie singt im zweiten Akt Isolde? »..., selbst - dann/bin ich die Welt.« Aber das bedeutet doch eine Frau?? - Paradigma auch des Heldenödipus: Tristan: »Da er mich zeugt' und starb,/sie sterbend mich gebar« ...) - (...) Den »primären Narzißmus« charakterisiert die Indifferenz von Selbst und Objekt - fragt sich ob Fluch oder Segen... Und der »sekundäre Narzißmus« versucht, diesen ursprünglichen Zustand wiederherzustellen - siehe Kohuts »narzißtische Übertragungsformen«!"
Triebtheorie; in: Pathognostische Studien X, 26