Inzest
"Das System der Inzeste - selbst schon die Ödipusmythe gibt dafür mehr her, als die psychoanalytische Vereinseitigung auf den allzeit familial hypostasierten Mutter-Sohn-Inzest suggeriert. Gleichwohl steht diese Inzestart am Anfang, nämlich als Elternvernichtung durch den "erstgeborenen" Sohn: Vatermord und Mutterinzest, Absperrung der Exogamie, Herkunftsinkorporation - der ganze Wahn der Absolutheit. Allein, der also vergöttlichte Sohn krepierte geschlechtsmetamorphotisch an dieser seiner Ursprungsvollgefressenheit, wenn er seine Durchseuchung mit dem Giftstoff maternaler Weiblichkeit nicht wieder vomierte: Sohn, der, Vater-Tochter-inzestuös gerettet, mehr als der (Un)gatte wie zum Vater der eigenen Mutter wird, sich so die eigene Mutter als Tochter erschafft. So der dringlich erweiterte, in sich psychotisch gesteigerte Ödipuskomplex."
Hype-Thinking. Über Dingdimensionen und Inzestformen, 18
Vater-Tochter-Inzest
"Der Vater-Tochter-Inzest geht dejektiv über das symptomatische Mutterauskotzen und das Wiederauffressen des Erbrochenen hinaus; vielmehr diesem entspricht die »natürliche« Defäkation und folgend die unnatürlichste Koprophagie: Teilveräußerung des Mutterleibeinbehalts zum erscheinenden Cover-Rest der Mutterleibleiche, töchterlich gefüllt wie zur Schwangerschaft extrauterin - so die Körperrückeinbildung männlicher Gebärung, der Dingproduktion: ecce filia divina! Letzteinbehalten wiederum stürzend apotheotisch zum hen kai pan der lebendigen Leiche, dem Absolutheitsabschluss/-anfang Leicheneigenfraß, der Sohnes-Übervater, der zur eigenen Mutter sowie zur eigenen Tochter ward; der ultimative Ödipuskomplex, objektiv das Dingarkanum, sprich: die Bombe."
Hype-Thinking. Über Dingdimensionen und Inzestformen, 18