Spontaneität
"Im Register der Generationssexualität stellt der Inzest die zu Bruch gehende Überwertigkeit der Spontaneität dar: das göttliche Selbst-alles-sein, in den Count-down zum Tode umgeschlagen. Spontaneität decouvriert sich so als zutiefst kollapsisch ♂ homo-sexuell: letale Opferung des Anderen des Geschlechts, des sexuellen heteron, um des eigenen Bestandes, der Groteske seiner Absolutheit willen."
Pathophilosophische Einfälle ins rettende Desaster von Freiheit; in: Pathognostische Studien X, 215
Selbstapotheose als Todesparade
"Magisch pariert der »Todestrieb« den Tod, und zwar auf zweierlei Weise: nach innen gerichtet im Extrem als Suizid, und nach außen gewendet ultimativ als Töten. Wenn ich selbst, mortiferent, der Tod selber wäre, so hätte er keine mich verzeitlichend, verderbende Macht mehr über mich, den unsterblich gewordenen Sterblichen. Der Preis dieser unnachlaßlichen - innerpsychoanalytisch nach dem »Ödipuskomplex« und nach dem »Narzißmus« - letztphantasmatischen Selbstapotheose - Sich-selbst-sein-eigener-Nichts-Ursprung-sein -, das ist die Apokalypse."
Pathophilosophische Einfälle ins rettende Desaster von Freiheit; in: Pathognostische Studien X, 212f.