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Digitalisierte Texte von Rudolf Heinz (© Prof. Dr. Rudolf Heinz)     
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Geld als Exkrementalsymbol. Zur psychoanalytischen Geldtheorie (Pathognostische Studien VI, 2000, Essen, Die Blaue Eule, 116-122)
Vorbemerkung. - Der Titel des folgenden, an den vorausgehenden zum "Dingphantasma" direkt anschließlichen Textes ist der meines Eröffnungsvortrags der Veranstaltungen von "Psychoanalyse und Philosophie e.V." im Sommersemester 2000 unter dem Generaltitel "Psychoanalyse und Geld". Er bildete die gedankliche Grundlage meines stilistisch ganz anders gehaltenen, freien Vortrags. Unbeschadet der fraglosen Psychoanalysereferenz ist er, wie immer, psychoanalysekritisch ausgefallen und unterläßt auch die Diskussion der psychoanalytischen Geldtheorie(n), wie sie in Bornemans "Psychoanalyse des Geldes" (Frankfurt/M. Suhrkamp. 1973), von mir ehedem in der "Psyche" (12, 28.Jg. 1974, S. 1115-1120) rezensiert, zusammengestellt sind. In geldphilosophischer Spezialisierung jedenfalls wäre als jüngerer "Vorläufertext" am ehesten wohl anzuführen: "Die asthmatische Jungfrau. Zur Kritik der Tauschabstraktion Sohn-Rethels" (in: Pathognostische Studien IV. A.a.O., S. 70-76).
"Denn die Rache ist das mythische Urbild des Tausches; solange durch den Tausch geherrscht wird, solange herrscht auch der Mythos." (Adorno)
"Das Symbolische ist die Verschiebung des Tötens. Sollte der Austausch eine Verschiebung des Mordes sein?" (Serres)
Präliminarien
Sogleich in Frage steht der Symbolbegriff, also ein spezifisches Stellvertretungswesen, innerhalb beider Repräsentationsverhältnisses wiederum eine Repräsentation/Binnenrepräsentation; "ein Wort für ein anderes" (Lacan), und eben nicht nur Worte, wenn aber nicht nur Worte, dann gleichwohl bloß wört-lich-memorial.
Allemal besteht der Zweck der Symbolvindikation im Monitum nicht der Herkunft des symbolisch beanspruchten Dings aus irgend naturaler/körperlicher Materie, wie es das Metaphysikmodell Körper versus Ding, nicht zuletzt auch innerpsychoanalytisch, möchte, vielmehr beider fundamentalprojektiver Provenienz: der Bildung beider Seins-Nichts-verschieblich aneinander und in einem
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mit dieses, des Dings, schwankender Prärogative dann, und also überleitend zu dieses schwankenden metaphysischen Ursprungsbehauptung.
Somit erweist sich die Dingschaffung als vorausgehend basale Symbolisierung im Unterschied zur nachträglichen Symbolvindikation als das apostrophierte Monitum. Jene, fundamentalprojektiv, fungiert als primärer Abwehrvorgang. Wogegen? Wider die Entropie körperlicher Selbstreferenz, kurzum: als "ursprünglicher Sadismus" gegen den "Ursadismus"/die "Urverdrängung". Wenn aber primäre Abwehr, dann bedarf diese zumal der striktesten Wahrung, haltlos fundiert in der metaphysischen Ursprünglichkeit des Dings (am besten sogleich materialistisch der Materie als genuiner Dinglichkeit der Natur insgesamt) und mitausgeführt im üblichen Verdikt der wenigstens wissenschaftlichen Unseriösität jeglicher Symbolvindikation post festum, die, selbst dann die ganze Symbolisierung, keine vorausgehende im Sinne der Dingproduktion mehr kennt. Zum Zweck der Dinglichkeitskonservation muß alle Symbolbeanspruchung von Dingen, deren Rückbindung an den körperlichen Mit-Widerpart, offensichtlich gegen sich selbst vorgehen: den eigenen Sublimationscharakter derart in sich selbst hinein treiben, daß solche "radikale Rücksicht auf Darstellbarkeit" das Sublimierte, durchaus wider die zugleich passierte symbolkriteriale Näherung der absolut Differenten, Körper und Ding, ausblendet; so daß auch die Dinge, ebenso, martialisch eh in sich hineingetrieben sind.
Im Falle nun der Memorialitätsinstrumentarien, der Medien, sollte man doch meinen, daß deren Dinglichkeit, der Vermittlungsvalenz wegen, in sich gebrochen, hybrid: weder/sowohl Körper noch/als auch Ding, also überhaupt keine eindeutig sei. Im Gegenteil! Dinglichkeit kulminiert in dieser Sphäre der Mediation, die in ihrer Nachgängigkeit des Auseinander- und Zusammenhalts von Körper und Ding diesen ineinem schlechthin vorausgeht: der unwidersprechliche Widerspruch - Ursprung immer Ur-Sprung (Heidegger) - dergestalt, daß dieser sich, wie man meinen sollte (und, logisch-triumphal, auch meint), gefahrlos schreibt, so wie ja der Vermittlungszwitter, wenn immer er tätig bleiben soll, eben nicht reißt, vielmehr dieses sein gerissenes Wesen in den sich darin vollendenden Dinglichkeitsvorzug einträgt: eo ipso demnach, darin gehalten, bloß, wenn überhaupt noch, erinnert: Reminiszenz-Reminiszenz von beiden Seiten her. Also zeigt sich Medialität als Inbegriff letzter Gewalt, insofern sie den Anspruch der Symbolvindikation der Dinge, dieses Monitums der basalen Symbolisierung als Produktion, die Zustellung der Körperpendants, hinwiederum a fortiori entkörperlicht: sozusagen vergespenstert - und dies wenigstens. Gipfel der Im/Explosivität ist so das Gedächtnis, und dinglich extrapoliert wiederum die Kriegsdinge: Bomben. Auch seine intellektuelle Apokalypse reproduziert selbstbezüglich immer dieses Selbe - bis zu dessen Nicht-Ende als absolutem Ende, Nichts.
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Den Abschluß aber vorab der inneren Epikalypse in der memorialen Apokalypse bildet die abgehobene Zahl, nachvordem schon, allgemein gesagt, die Quantität das schlechthinnige repräsentative Seinssubstrat, und in diesem Sinne die Urvermitteltheit, ausmacht. Der Ausdruck des axiologischen Wieviel gibt den an den Generationslimesort rückgebundenen Abstand, den Auseinanderhalt, ebenso wieder wie die freigegebene Näherung, den Zusammenhalt. Die (abstrakte) Zahl, sie ist das (memoriale) Gedächtnismaß, und als solches der Boden der Seinsgewähr selbst, Grund der Gabe, verkennend deren ganze Verkennung, und also beschaffen, sich selbst, die Pointe aller Vermittlung, an sich selbst peremptorisch abzudecken, ja abzuschaffen.
Zur Sache selbst
Das Dabeisein bei der Geldschaffung geschieht aposteriori im nachträglich symbolisierenden Vergleich des Symbols und dessen Symbolisierten (,La production n'existe pas'); die Vergleichbarkeit gilt als basale Homogeneitätsindizierung.
Die Begründung der differentiellen Ausschließlichkeit des einen komparativen Relats, des Exkrements: Fäzes, Kot, Stuhl - weshalb dieses und kein anderes? - ergibt sich allererst aus der beider Relate Gleich-artigkeit erweisenden Komparation selbst.
Die Dimension der Analogisierung kann hier (und nicht nur hier) evidentermaßen nicht die von Wahrnehmungsqualitäten, vielmehr exklusiv die systematischer Funktions-/Zweckbestimmungen sein - als angemessener, die Symbolgüte definierender Ablaß von Körper und Ding anschaulich voneinander, um im dadurch gestärkten Selben ihrer beider Herkunft erscheinend nicht sogleich zusammenzufallen. Und die Funktionabilität muß, (wenn) letzterst-philosophisch, in die genealogischen Vollen gehen, will sagen: die thematische Exkrementation als solche metaphysikkrisishaft metawissenschaftlich herleiten. Genealogisch, d.i. begehrenslogisch, besteht der Metasymbolismus in der Körperhypostase, der immer unvermeidlichen, der D fferierung der göttlich-letalen Fusion(Diskrimination) von Körper und Ding, hypostatisch daraufhin, weil ja beide Elemente dieser ihrer gründenden Ernährungsbewährung vorausgehen und in diesem Vorausgang sich wie ein schützender Hof, fürs erste anders denn für die Dinge destruktionsbezogen, um das Opferarkanum der Assimilation legen. Die rettend "erotische" Differierung imponiert als Differenzeinschlag des Exkrements - notorisch nimmer geht die Begehrensrechnung jemals auf (selbst ja für den Gott mitnichten). Allein, Mensch verhält sich allzeit so, daß er diese nachweislich einzige Rettung keineswegs lohnt, ganz im Gegenteil: dies Positivste der
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Katastrophe gilt ihm als Pointe deren alleiniger Negativität, kriterial des Schuldüberfalls, des kreatürlichen Absturzes darin wegen. Gleich ob der Tod des Anderen (wessen?) intestinal vollbracht, die Tötung kommt verheerend buchstäblich an den Tag, und also muß dies schandbare Tote wiederum getötet werden: Tod dem erscheinenden sanktionierenden Toten! Es scheint an sich selbst ja auch schon demnach beschaffen zu sein - Sehen und Riechen: folgerichtig entstaltet, nur entstaltet abermals gestalthaft, und vor allem stinkend - Vorsicht aber! nämlich bloß im vollen Einsatzdes Begehrens, bedingterweise. Also selbstwiderspricht sich das Exkrement: als Monitum der Differenz gibt es sich indifferent, und als solches, indifferent, indessen nochmals differentiell: insonderheit koloral, d.i. übergängig sichtpotenzierend und -quittierend zugleich. Und olfaktorisch hält es sich dem Immortalitätswahn des abgeleiteten nutrimentalen Begehrens hämisch/zynisch unter die Nase: Unsterblichkeitsgestank. Exkrement, das die Leiche antezipiert, den Tod als Strafe seiner Digestions-begehrlichen Usurpierung.
Fazit: Das Exkrement, die material erscheinende Drastik der Differierung als Differenzmonitum, Opfer- und somit Todesmemorial, skandalisiert in seiner Widersprüchlichkeit hin zur Provokation hinwiederlich seiner Tötung; der, freilich verschlagene, den Mörder nämlich überführende, Lebensretter selbst sodann als verfolgtes Mordopfer. Also die strenge Disjunktion: entweder sterbe ich am Nahrungsmord des Anderen oder ich bin als überführter Mörder der Kopfgerichtsbarkeit ausgesetzt und komme nicht umhin, den Retter - "die Polizei, Dein Freund und Helfer" - kurzerhand zu töten.
Allein, dieses Konzept ist nicht kongenital, es muß vielmehr gewalttätig eingeschrieben, gelernt werden - man kennt doch die obligaten Dramen der Reinlichkeitserziehung, inklusive deren Unterlaufungen und längst doch gängigen Moderationen? Gewiß. Die Maßgabe aber der schönsten modernsten Ermäßigungen macht die progrediente medial-dingliche Objektivität der analen Körperkorrespondenzen, im Vorgriff gesagt: zuvörderst das Geld auf seinem aktuellen selbstreferentiellen Spiritualitätsstande, die potenzierteste Phantasmatik der Dinglichkeitssphäre, deren verdeckte Liberalisierungskriterialität die Autonomie solcher Erosfortschritte auf des Körpers Seite suggeriert. Davor indessen noch: die ganze Gelerntheit des Fäkalienmanagements unserer Breitengrade, im Kontext der globalen "Abendländischen Metaphysik", läßt keinerlei Hoffnung auf eine darunterliegende quasi natürliche Alternative zu. Nein, umgekehrt: die anscheinend vorausgehende Unschuld hier vor dem Sündenfall ihrer massivsten Schuldkonvertierung bereitet den besten Boden eben für diese: Kindergartengrundlegung der ganzen ubiquitären Paranoia, buchstäblich des Hinten (Hintern), der letzten Härte der apostrophierten Dis-, nein: Trisjunktion: entweder sofortiges Sterben oder aufgelängtes oder aber Morden. Denn: was sich so rührend gerne als exkulpierte Natur ausgibt, erweist sich, wenn immer man solche
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Aufklärung mögen könnte, als pure Gleis/ßnerei von Eros, des Pseudoantagonisten: toxikomanische Lustpenetrierung der exkrementalen Gewalt, basale körperinvolutive Perversion: Sadomasochismus und als solche Schuld-Overkill als ultimative -potenzierung. Man stelle sich einmal vor, die Defäkationslust fiele gänzlich aus - dann entfiele die rationalitätsentscheidende sexuelle Todesweihe und damit mehr als die halbe Motivik, die zweite, nein: die erste Menschwerdung, diesen metaphysischen Dauerauftrag, angemessen zu betreiben. Die Fülle der einschlägigen psychoanalytischen Empirie zur analen Sexualität zentriert sich um die Autonomie, diese ominöseste aller Telos-Kategorien. Kein Zweifel, gemäß der Alternativelosigkeit der Analitätscharaktere, sie ist, wider ihre Feier als ausnehmende Tugend, von Anfang an die reinste Schuldflucht, das Geflohene aber in sich versteckend (das Ich) oder außer sich in sich (die martialisch-explosive Dinglichkeit). Das versteht sich, bei dieser unmöglichen Binnensituation sich erfüllender Schuldigkeit: der bösen Lust des Offenbarungseids, todesverhindernd selbst gleichwohl tödlich, wenn nicht in Morden verkehrt, das wiederum selbstmörderisch tödlich ausfällt; allzeit die Freudsche Ausdifferenzierung des "Todestriebs", wie bekannt: "Ursadismus", "ursprünglicher Sadismus", "eigentlicher Sadismus", "Sadismus als Perversion"; das Schuldstigma auch, apriori, über alle Produktion speziell den Tausch. Und die Krönung schwerleidender Kindheit hier: die homo-gene Schuldverseuchung, paranoisch pointierend, der aktualen Intersubjektivität: Mutter, die die demonstratio ad oculos ihrer Vernichtung exkrementalmetonymisch abverlangt ("das darf doch nicht wahr sein!"): double bind höchstpersönlich!: Fair is foul, and foul is fair.' Freilich, abermals ist bloß der Sohn voll davon betroffen - und die Tochter demnach ein Anhalt von Alternative? Abermals: nein, im Gegenteil eine enorme homo-Verschärfung, die paradoxerweise, letztendlich immer um der Dinge willen, den männlich-filialen Differenzeinschlag derart reklamiert, daß sich Geschlechtsneutralität, die bisexuelle Verfassung der "analen Phase" (so ja die Psychoanalyse), einstellen müsse.
Die Vernichtung der skandalösen inquisitorischen Mutterleibleiche ist aber deren Verinnerlichung/Inkorporation: Koprophagie, kultural verschoben die Koprophagie der Erde (technologisch Recycling), folglich die ressurectio mortuorum'. So die suizidale geschmack- und gehörliche (versus, vormals extern, die geruch- und ge-sichtliche) Endphase der Exkrementaltragödie: Schuldvollendung Tod, über die Defäkationsschleife differiert wiedereingeholt. Das Ende vom Lied? Im leibhaftigen Todesfälle - geldgemäß angemessen zuvor bei Krankheit - : ja; ansonsten je verhindert als allumgebende medial-pekuniäre Objektivität, in diesem Falle also: nein. So daß die Schuldigkeit schlechthin, die letzten exkrementalen Verworfenheitsnöte zur felix culpa' avancieren. Denn: ohne diese Körperentropie keine Negentropie: die Dinge, und wenn keine Dinge, dann ja nicht Mensch. Nur daß diese eo ipso die ganze Destruktivität ihrer
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vornachgeordneten Körperprozesse - cave! - in sich bergen, das geldliche Unbewußte, von wegen unschuldig und neutral. Der Subversionsort des "Ursadismus" in den "ursprünglichen Sadismus" betrifft diesen primären, nämlich dingkreativen Aufschub, ohne den die besagte Sadismensequenz auf Körperniveau diesen, den Körper, zerstörte; dinglicher Abfang dieses count down, der hinkünftig verlangsamt (ob wohl immer noch verlangsamt?) den Dingen, darin den Medien, dem Geld zumal - ist das Gedächtnis doch das Extrapolat der Bomben - als deren martialisches Allerheiligstes innewohnt. Die Fundamentaldisjunktion der Analität lautet entsprechend: entweder Tod oder Geldkonzession; letztlich jedenfalls Tod, die antezipierte Endlichkeit ebenso alles das Gegenteil vorspiegelnden Dinglichen, die exkremental vermittelte Rückkehr zum Anfang, der Prätention des Aufgangs des Anderen, diesmal indessen nicht in der Art von Manna, vielmehr als Proto-Leichengift, und wiederausgeschieden die fürs erste rettende Geldkonzession.
Stimmen aber hört man also gleich, es sei rational schlechterdings absurd zu behaupten, daß Geld diese Greuel buchstäblich beinhalte; imaginäre Greuel zudem nur, dieses - gar objektive - Ubw sei, arbiträr und paranoisch alle Welt inkulpierend, "hinzugedacht". Sicherlich nicht, denn dieser Horror ist schier real, ja die Signatur der Gattungsgeschichte selbst; und daß Geld nicht auf der Stelle diese seine Eingeweide (Pandoras Büchseninhalt) offenbart, den Inbegriff von Pathogeneität, seine Apokalypse, nicht sinnenfällig demonstriert, das macht die auf Ewigkeit hin angelegte Sperre/Blende wissenschaftlicher Rationalität in ihrer so überaus erfolgreichen Epikalyptik selbst: die Vernichtung von Philosophie, zumal im memorial kongenialen Gelde, dem Geld nur noch als selbstreferentieller, immaterieller Ware; der Schatten der Philosophie, das ist die Börse, die diese kassiert.
Was ist - "ist": vorgestellt transsubstantiativ - demnach Geld? Zur Antwort bedarf es nur mehr der Transferierung der Exkrementenkriterien in/als deren objektiv mediales Pendant - Geld als Exkrementalsymbol: die Symbolgehalte, diese Kriterien, konstituieren das geldliche Ubw, dessen Bewußtmachung, so wie hier, wie alle solche radikale Aufklärung, nicht weniger magischer, verpönt Auflassungs-magischer, Observanz sein kann, denn deren wissenschaftliches Widerspiel, die allzeit willkommene Magie der Verdeckung sowie auch alle Pathologie dieses Bereichs mit ihrer brechenden Hypermagie beider Kontamination, notorisch die sondertriftigen Zwangskrankheiten, insbesondere deren zutiefst in angepaßte Normalität hineinreichenden selbstverständlichen Ausdünnungen, nein: Verschärfungen ebenhier. Unsere "gesellschaftliche Synthesis" nährt sich von diesen, dem "Analcharakter", der "analen Phase".
Was also ist Geld? Geld ist das Bemessungsorganon der Urmediation, des Vermittlungssubstrats als solchen: Raum und Zeit, absolviert zum "quantitativen Wertausdruck" der Zahl, als der Spitze der "Idee", sprich: des allemal
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abhebungs-, selbstbezugs- und in sich (pseudologisch) zeitverfügungsmächtigen Gedächtnisses.
Als solches gilt es als die erste Statthaltung der Gerichtsbarkeit der Differenz: des Auseinanderzusammenhalts, in sich selbst indessen im Modus des Kahlschlags bis auf die " Anschauungsformen ", die Indifferenz schlechthin. So seine widersprüchliche Verfassung.
In seiner Selbstreferentialität und der daraus hervorgehenden immer verbleibenden Dinglichkeit beweist sich deren phantasmatische Allprärogative: Ind jerenz letztlich, in der das Drama von Differenz und Indifferenz geldlich basal je passiert.
Am Ort der Geldentstehung, der Leidens-Tuns-Inversion, sperrt sich die mörderische Suizidalität des" Analsadismus" in die Herrlichkeit des Mehrwerts bis auf weiteres ein.
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