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Athene
Athene war die Tochter von Zeus und der Titanin Metis (Metis bedeutet »kluger Rat«). Nachdem Zeus Metis gegen ihren Widerstand erobert hatte, verschlang er sie, weil ihm ein Orakel geweisagt hatte, dass eine gemeinsame Tochter mit Metis ihm ebenbürtig sein werde, ein gemeinsamer Sohn ihm überlegen. Die von ihm verschlungene Metis kroch in seinen Kopf und versuchte ihm unerträgliche Kopfschmerzen. Hephaistos befreite ihn von seinen Schmerzen, indem er ihm mit einem Hammer den Kopf aufschlug. Aus ihm entsprang mit voller Rüstung und mit einem Speer bewaffnet Athene.
Zeus substituiert gebärneidisch die Mutter; Athene ist die mutterlos vom Vater geborene Tochter, die jungfräuliche Vatertochter, das heißt die Maschine. Athenes Rüstung ist die martialisch tod-bringende tote Mutterleibhülle. Athene ist diese Rüstung selbst, die Waffenförmigkeit des Dings.
vorläufige Notizen:
Athene verkörpert das Begehren der Tochter, aus dem Vater geboren zu sein.
"Das tote Rüstungsfleisch Athene bestehe in Metis' Schwangerschaft mit Zeus? Nein, nicht so ganz, nur im Übergang, denn diese beiden Innenhüllen müssen permutieren, ja sind je schon vertauscht: Metis in Zeus in Athene, Zeus beide Weiblichkeitsweisen vermittelnd. Sonst nämlich schlössen diese Mutter-Tochter-inzestuös zur inversen Tochter-verflüchtigenden Mutterallmacht kurz. Anders ausgedrückt: Die Patriarchats-entscheidende Metamorphose des Mutter-Sohn- in den Vater-Tochter-Inzest wäre blockiert." (KML, 80)
"Tasche - immerdar die Aigis. In der härtesten Mythenvariante tötet Athene selbst die Medusa, zieht ihr die Haut ab und bildet daraus einen Beutel, die Aigis, auf der der Kopf der Medusa abgebildet erscheint. So die grausame Urtasche, an die, im Sinne des Fortschritts der Humanität, die Tierhaut- und -felltaschen erinnern. Fetischistische Auszeichnung der Tasche, dem Übergangsobjekt nahe und in exzeptioneller Manifestheit: der Mutterleib-Mutterleib, der Uterus, dieser Inbegriff des Innen, wird vor-gestellt, ins Außen versetzt und damit disponibel; Metamorphose von Gomorrha ('natürlicher' Mutter-Tochter-Inzest) ins halbtote Sodom (Vater-Tochter-Inzest), der Musterfall der prothetischen Projektion des Mutterkörpers in der Hand der Tochter." (KFO, 23)
Verweise
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen