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Persephone
Der Mythos von Persephone (wie auch der von Athene oder von Artemis) gehört zu den Tochter-Mythen. Die Funktion der Tochter ist die Entschuldung der patrifilialen Kulturproduktion.
Persephone ist die Tochter schlechthin (zunächst als Tochter der Demeter heißt sie Kore, das Mädchen, später, als Gemahlin des Hades, heißt sie Persephone). Beim Pflücken von Blumen wird sie von Hades, der sich in sie verliebt hatte, in die Unterwelt entführt. In der eigenwilligen Sicht von RH wird Persephone beim Defäkieren entführt, weil Hades durch ihre Exkremente angelockt wird (unveröffentl. Manuskript). Aus der unschuldigen Zweisamkeit mit der Mutter wird sie herausgerissen und gerät unter die Herrschaft des Totengottes, der Rationalität.
Als Kore ist Persephone das "Blumenmädchen", in homosexueller Union mit ihrer Mutter Demeter. Bei ihrer Entführung durch Hades geht es darum, die Mutter gefügig zu machen zur kulturellen Produktion durch den Sieg der Tochter über die Mutter. "... das »schöne Mädchen« (Kore) muß geschändet, Mutter Demeter, Vorzeithüterin der noch ununterworfe­nen Pflanzenanarchie, im Sieg der Tochter über die Mut­ter, domestiziert werden" (Ebd. 40). Ergebnis ist die Agrikultur: Vier Monate bleibt Persephone im Reich der Toten – die Zeit des Winters –, acht Monate auf der Erde bei ihrer Mutter – die fruchtbare Jahreszeit.
"Persephone, das ist ja die Kraft des schaffenden Todes im Vitalitätswust des Vegetabilen: dessen Zurichtung zum Nutriment und vor allem dessen Haltbarmachung." (MTA, 66)
Hades und Persephone hatten keine Kinder: "Die folgende eheliche Sexualität re­duziert sich auf Analverkehr, die Absage an Zeugung im Fleische, Körperpendant indessen der Ding­kreation." (unveröffentl. Manuskript)
Körper - Sprache - Ding. Skizze zu Elementen der Psychosomatik; in: Metastasen, 66
Ausgewählte kulturgenealogische Mythentropologien in progress (unveröffentl. Manuskript), S. 39f.
Ausgewählte kulturgenealogische Mythentropologien in progress (unveröffentl. Manuskript), S. 155.
Verweise
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen