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Pathognostik
Pathognostik ist eine Subversion der Psychoanalyse, keine Alternative zu ihr, sondern ihre radikalisierende Fortschreibung. Für die Pathognostik bezieht sich jede Krankheit auf Dinge oder Dingkontexte. Das Krankheitssymptom zapft gleichsam deren Produktionsgeheimnis an, das in ihnen verschlossen ist, das Unbewusste der Dinge ("Objektivitäts-Gnostik"). Dieses Dingunbewusste ist das Opfer, dem sich das Ding verdankt. Für die Pathognostik verlieren die Dinge ihre scheinbare Selbstverständlichkeit, ihre Unschuld, in die sie sich epikalyptisch verschließen.
So bezieht sich zum Beispiel die Anorexie auf die Nahrung oder die Brückenphobie auf die Brücke. In der herkömmlichen Sicht wird die Krankheit als subjektive Zutat zu den Dingen angesehen, als Projektion eines (infantilen) Unbewussten auf sie, was heißt, dass die Nahrung oder die Brücke nicht grundlegend für die sich auf sie beziehenden Krankheitssymptome sind. Für die Pathognostik hingegen wird in der Anorexie die Nahrung Thema oder in der Brückenphobie die Brücke. Krankheit wird zur Offenlegung des Produktionsgrundes der in ihr betroffenen Dinge. Pathognostik versucht die in Krankheit enthaltene Erkenntnis von dieser abzutrennen.
In diese Erkenntnis ist Krankheit hilflos verstrickt, weil sie der Versuch ist, sich das dingkonstitutive Opfer anzueignen. Krankheit ist Widerstand gegen die Unbewusstheit der Dinge, aber immer auch eine scheiternde Anmaßung. Krankheit ist die ohnmächtige Verstrickung in die Gewalt und Schuld des Dingunbewussten.
Worin besteht das dingkonstitutive Opfer und die in ihm verschlossene Gewalt und Schuld?
vorläufige Notizen:
Verweise