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Pathognostik
Pathognostik ist eine Erweiterung der Psychoanalyse, ihre radikalisierende Fortschreibung. In der Sicht der Pathognostik bezieht sich jede Krankheit auf Dinge oder Dingkontexte. Das Krankheitssymptom zapft deren Produktionsgeheimnis an, das in ihnen verschlossen ist, das Unbewusste der Dinge. Für die Pathognostik verlieren die Dinge ihre Selbstverständlichkeit, ihre Unschuld, in die sie sich in ihrem normalen Gebrauch epikalyptisch verschließen.
In der herkömmlichen Sicht wird die Krankheit als subjektive Zutat zu den Dingen angesehen, als Projektion eines (infantilen) Unbewussten auf sie. Für die Pathognostik hingegen wird Krankheit zur Offenlegung des opferfundierten Produktionsgrundes der in ihr betroffenen Dinge. In diese Erkenntnis ist Krankheit hilflos verstrickt, weil sie der Versuch ist, sich das dingkonstitutive Opfer anzueignen. Krankheit ist Widerstand gegen die Unbewusstheit der Dinge, aber immer auch scheiternde Anmaßung ihrer Aneignung. Krankheit ist die ohnmächtige Verstrickung in die Gewalt und Schuld des Dingunbewussten.
Dingkonstitutiv ist das Opfer mütterlicher Weiblichkeit als Verkörperung des Todes. Die in den Dingen verschlossene Schuld ist die verleugnete Sterblichkeit, deren Stellvertreter der Mutterkörper ist.
Pathognostik ist eine körperbezogene Theorie der Dingkonstitution, deren Scheitern sich als Krankheit austrägt (Vermittlungsausfall zwischen Körper und Ding).
Verweise
Krankheit ist die Re-Introjizierung der sich der Projektionsveräußerung verdankenden Dinge. Dinge sind Projektionen. Was ich projiziere, will ich loswerden. Was ich loswerden will, ist meine Sterblichkeit.
Als Differenz und Indifferenz zu mir tilgt das Ding die Schuld meiner Sterblichkeit, indem es phantasmatisch die Todespräsenz verkörpert. Darin besteht die therapeutische Funktion der Dinge.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Sterblichkeit ist das basale Trauma, das phantasmatisch pariert wird durch das Gottesphantasma; dieses konkretisiert sich als autonomes Ich und als diesem korrespondierende Dinge.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen