zitierte Werke
Themen

Körper und Dinge
Körper und Dinge entstehen synchron aneinander. Es ist ein primärer Übergang, aus dem beide sich ausdifferenzieren. Dies ist das »Körper-Ding-Aprori«, mit einem entzogenen Ursprung, den man nur nachträglich hinzudenken kann (die »Urverdrängung« als »ursprüngliche Produktion«).
Die Körper-Ding-Differenzierung vermittelt sich über die Exkremente als Übergangsobjekt. Die Koprophagie-Sperre ermöglicht die Dingproduktion. Die Dinge sind »exkrementale Sublimate« (LPG, 175).
Einbildend von den Dingen her entsteht der verdinglichte Körper (Organismus, corps matière), der sich unterscheidet vom Leib (corps propre). Der Leib behauptet sich gegenüber dem Organismus als »Verdinglichungsüberhang« (PGS V, 157), er ist das, was man auch Seele oder Geist nennt.
Das Begehren des Körpers ist die Dingwerdung unter Beibehaltung der Lebendigkeit, »auf korporelle Fühlbarkeitsweise zugleich ganz totes Ding zu werden« (LPG, 49). Die Dinge verkörpern die Verheißung von »Autonomie/Autarkie/Absolutheit« (ebd.), die Unbedürftigkeit, das An-sich als Signatur des Toten. Dies auf lebendige Weise zu sein wäre das »An-und-für-sich-Sein« (Sartre), das Phantasma der »lebendigen Leiche« (LDK II, 57)
Die »lebendige Leiche« (das »An-und-für-sich-Sein«) ist das Wunschziel des Körpers, das Gottesphantasma, die Einheit von Körper und Ding, wobei das Ding als Todespräsenz missverstanden wird. Krankheit entsteht aus der Anmaßung dieser Körper-Ding-Fusion.
vorläufige Notizen:
Verweise
Das Exkrement ist das Proto-Objekt im Übergang vom Körper zu den Dingen. Es manifestiert die Differenz zum nutrimentalen Inzest als Veräußerung des toten Mutterkörpers.
Die Urverdrängung ist die ursprüngliche (körperschaffende) Körperverwerfung, der Übergang vom »Ursadismus« (der mit dem »primären Masochismus« identisch ist) in den »ursprünglichen Sadismus«.
Beim Gottesphantasma geht es um den Zusammenfall von Für-sich und An-sich in dem Sinne, dass das Für-sich (= Nichts, Subjekt) versucht, sich dem Ding, dem An-sich zu nähern, um das An-und-für-sich-Sein zu realisieren als "lebendige Leiche".
Das Gedächtnis hält einen Abstand zwischen Körper und Dingen im Sinne einer Vermittlung, es verhindert einen Zusammenfall von Körper und Dingen. Insofern sind Pathologien Gedächtnisdefekte.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PDS = Philosophie der Sexualität (Die Eule Nr. 10)
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen