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Sucht
Sucht entsteht wie aus dem Nichts, selten lassen sich für sie Krankheitsursachen angeben. Als wäre sie die grundsätzliche Krankheit des Menschseins selbst.
Sucht ist eine erotische Besetzung des Todes, der Todesverfallenheit des menschlichen Körpers, ein masochistischer Genuss der Sterblichkeit, verbunden mit der Verheißung der Entschuldung.
Sucht ist eine Konkretisierung des »primären Masochismus«, er ist ihre Basis. Deshalb kann es keinen suchtfreien Menschen geben. Der »primäre Masochismus« ist die Suchtdetermination des Menschen.
Die Sucht ist eine manische Option; Manie heißt, alles zu fliehen, was den Ruch der Sterblichkeit an sich hat. Sucht ist Schuldflucht. In der Sucht enthebe ich mich der Endlichkeit.
Je perfekter die Dinge, desto suchtanfälliger der Mensch. Sucht ist eine subjektive Aneignung der Perfektion der Dinge, eine der Göttlichkeit der Dinge korrespondierende Selbstvergöttlichung als Selbstentschuldung durch Schuldakkumulation. Sucht verspricht eine Befreiung von allen Differenzen der Zeitlichkeit und des Todes.
Insofern ist die Droge eine Gottesverkörperung im Sinne der Verheißung der Selbstverfügung als sich an sich selbst vernichtende Entschuldung.
Bezogen auf das Körpergedächtnis ist der Drogenkonsum eine Wiederbelebung der intrauterinen Ernährung und der extrauterinen Laktation, nicht nur beim Alkoholismus. Er ist ein Eintauchen ins Vergessen, in die glückselige Schuldlosigkeit, in die Sehnsucht nach Unsterblichkeit.
vorläufige Notizen:
Verweise
Der »primäre Masochismus« ist die erotische Besetzung menschlicher Sterblichkeit. Als Bejahung von Zerfall und Scheitern ist er die Voraussetzung menschlichen Überlebens.
Die in der Eucharistie behauptete Gottmenschlichkeit ist eine Droge, weil es um Selbstzusammenfall geht.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PDS = Philosophie der Sexualität (Die Eule Nr. 10)
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen