zitierte Werke
Themen
Urtrauma der Sterblichkeit
Es gibt keine Möglichkeit, der menschlichen Sterblichkeit zu entsprechen, man kann sie nur verleugnen (auch ihre Akzeptierung ist ihre Verleugnung).
Sterblichkeit ist das basale Trauma, das phantasmatisch pariert wird durch das Gottesphantasma; dieses konkretisiert sich als autonomes Ich und als diesem korrespondierende Dinge.
Entsprechend tropologisiert Rudolf Heinz den Satz von Jacques Lacan:
"»Das Trauma provoziert das Phantasma, und das Phantasma schirmt das Trauma ab«; und meine Tropologie dazu: Die menschliche Sterblichkeit, der - vorgestellte - Tod, generiert den Gottesbegriff, die schiere Absolutheit, und diese deckt, defensiv epikalyptisch, den allerschütternden Mortalitätsausgang ab." (PIV, 19)
Das grundlegende Trauma der Sterblichkeit trägt sich aus als Urverdrängung, welche das Unbewusste erzeugt; es ist der Übergang vom »primären Masochismus«/»Ursadismus« zum »ursprünglichen Sadismus«. Dies ist der Todestrieb.
Notizen:
Anschlüsse
Žižek, Slavoj: Disparitäten, 405:
"Nur ein Wesen, das nicht durch seine Sterblichkeit begrenzt wird, kann sich zu seinem Tod »als solchen« in Beziehung setzen. Bei dieser Überwindung handelt es sich paradoxerweise um eine Form des »Todes im Leben«. Ein menschliches Wesen überwindet seinen Tod dadurch, dass es Abstand von seiner Lebenssubstanz gewinnt (...). Hegels Bezeichnung für diese Dimension ist Negativität und bei Freud heißt sie Todestrieb. Die Unsterblichkeit ist der Tod im Leben, eine tödliche Kraft, welche die Kontrolle über die Lebenssubstanz erlangt oder, wie Paulus gesagt hätte, der Geist ist der Tod des Fleisches."
Verweise
Beim Gottesphantasma geht es um das Sterblichkeitstrauma in dem Sinne, dass die Absolutheit (= Indifferenzierung) eine Parierung der Sterblichkeit ist, die "Absolutheitsblende vor dem Todestrauma" (PGS XII, 189).
Die »lebendige Leiche« (das »An-und-für-sich-Sein«) ist das Wunschziel des Körpers, das Gottesphantasma, die Einheit von Körper und Ding, wobei das Ding als Todespräsenz missverstanden wird.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen