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Exkremente
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Aber eben nicht ganz, denn es gibt die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests (der als gelingender die vollständige Herstellung von Indifferenz wäre).
Die Nahrung ist der Mutterkörper, die Verdauung der Muttermord, die Exkremente sind die Mutterleibsreste, Dokumente des Muttermords. Insofern sind die differenzanmahnenden Exkremente weiblich-maternal.
Das Exkrement dokumentiert nicht nur das Scheitern des nutrimentalen Inzests, es ist auch der abgespaltene Einschluss der Indifferenz.
Das Scheitern des nutrimentalen Inzests will der exkrementale Inzest rückgängig machen. Die drohende tödliche Indifferenz in der Koprophagie hebt sich auf in der Herstellung der Dinge, die an die Stelle der Exkremente treten.
Im Exkrement findet das Selbst eine Stütze, insofern es eine elementare Dingproduktion ist, Repräsentation eines Außen, in dem es sich zu fundieren sucht. Dieser Schutzes wird ihm geraubt In der Abtrennung und der Wegschaffung des Exkrements. Die Einverleibung der Nahrung ist der »innigste Inzest«, entsprechend schwierig ist die Hergabe der Exkremente und der Zwang zu ihrer Beseitigung. An die Stelle der Produktion der unverwertbaren Exkremente tritt die der Dinge (die wie die Exkremente abgespaltener Einschluss der Indifferenz sind). Aauf körperlicher Seite ist das Exkrement Abfall, im Übergang zu den Dingen wird es göttlich als Akkumulierung von Schuld.
vorläufige Notizen:
Anschlüsse
Frankfurt, Harry G.: Bullshit, 50f.:
"Die Exkremente sind gleichsam der Kadaver der Nahrung, der übrigbleibt, wenn die lebenswichtigen Elemente daraus extrahiert sind. In diesem Sinne stehen die Exkremente für den Tod, den wir selbst hervorbringen und in der Tat ganz unausweichlich hervorbringen, indem wir uns am Leben erhalten. Vielleicht finden wir Exkremente ja deshalb so abstoßend, weil sie den Tod zu einer derart intimen Angelegenheit machen."
Verweise
Dinge sind Mutterleibleichen, weil sie Transfigurationen der Exkremente sind. Und die Exkremente sind Mutterleibleichen, weil sie das Scheitern des nutrimentalen Inzests manifestieren. Dinge sind die toten Stellvertreter des Mutterkörpers.
Der Muttermord ist die Basis der Kultur, als Ausbeutung, Schändung der Natur. Der Muttermord wird vollstreckt in der Produktion der Dinge, der Kultur. Der Muttermord ist dingkonstitutiv.
Gegen den tödlichen Sog der Indifferenz (Einheit, Verschmelzung, etc.) setzen sich die schmerzhaften, lebenserhaltenden Differenzen. Aber sie verfallen der Anziehung der Indifferenz und sind nur vorübergehende Aufschübe.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PDS = Philosophie der Sexualität (Die Eule Nr. 10)
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen