zitierte Werke
Themen

Krankheit
Krankheit ist das Anhaften der Dinge am Körper, Blockade der Dingausfällung, Kurzschluss von Körper und Ding als Zerstörung ihrer Vermittlung (Gedächtnis), Re-Introjizierung der sich der Projektionsveräußerung verdankenden Dinge, Rückaneignung des dingkonstitutiven Opfers, Aneignung des destruktiven Potentials der Dinge. Krankheit ist Ausdruck des Begehrens des Körpers nach Absolutheit.
Das Ding ist die Verhüllung der Schuld seiner Produktion und in der Krankheit wird die in den Dingen eingeschlossene Schuld in den Körper rückeingebildet zum Symptom.
"Pathologie sei die anmaßende Rückeinschneidung der Dinge ins Fleisch, das Absolutheitsbegehren des Körpers, bei lebendigem Leibe zugleich Ding zu sein, mit der unabwendbaren Folge, außer nach dem Tode, sanktionellen Leidens." (PGS IX, 71)
Das dingkonstitutive Opfer ist der Muttermord, der vollstreckt wird in den toten Dingen, dies macht ihre Entschuldungspotenz aus. Krankheit ist die Rückaneignung dieser Entschuldung als Verschuldung.
In der Krankheit versucht sich die Schuld in der Scham zu vernichten, indem sie die Hülle zerstört, in der sich die Schuld epikalyptisch verdichtet. Die Hülle ist das autonome Ich / die Gottheit / die Dinge als Phantasma der Exkulpiertheit.
Krankheit ist eine ungekonnte, nicht-intentionale Schuldthematisierung, eine frustrane Schuldflucht. Der Kranke wird zum Schuldaufriss an sich selber. Krankheit ist Widerstand in Form des Selbstopfers gegen den Unbewusstheitsverschluss im normalen Gebrauch der Dinge.
Göttliche Gnomen über Gewalt. Eine Sürprise; in: Pathognostische Studien IX, 71
Notizen:
Krankheit als Konflikt "zwischen Indifferenzanmaßung und Differenzanmahnung" (MTA, 137)
Verweise
Die »lebendige Leiche« (das »An-und-für-sich-Sein«) ist das Wunschziel des Körpers, das Gottesphantasma, die Einheit von Körper und Ding, wobei das Ding als Todespräsenz missverstanden wird. Krankheit entsteht aus der Anmaßung dieser Körper-Ding-Fusion.
Der Muttermord ist die Basis der Kultur, als Ausbeutung, Schändung der Natur. Der Muttermord wird vollstreckt in der Produktion der Dinge, der Kultur. Der Muttermord ist dingkonstitutiv.
Die Transzendierung des Sterblichkeitstraumas durch das Unsterblichkeitsphantasma steigert die Schuld der Anmaßung bis hin zum Schuldselbstbefall der Krankheit. Krankheitssymptome sind scheiternde Schuldfluchten.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen