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Phobien
Phobien sind unfreie Repräsentationen des Dingarkanums, das heißt Verkörperungen. In der Phobie versucht man das phobische Objekt selbst zu sein. Phobien sind ein imaginärer Raub des Dingarkanums.
Die Phobie ist der Verlust der Distanz zu einem Ding, indem dessen innere Gewaltförmigkeit angeeignet wird; der Phobiker antezipiert den Kriegsstatus des phobischen Objekts. Dadurch zerbricht die Möglichkeit seines unbefangenen Gebrauchs.
Das phobische Objekt isoliert sich und fällt aus seinem Gebrauchszusammenhang heraus. Dadurch öffnet sich seine Gewaltförmigkeit, die sich der Objektivierung verschuldet. Dieses Wissen sucht sich zu verschließen, indem das phobische Objekt inkorporiert wird, wodurch sich das Subjekt mit der im Objekt verkörperten Schuld auflädt.
Der Phobiker will zu dem phobischen Objekt werden und wird für diese Anmaßung bestraft. Die Anmaßung liegt jedoch schon im phobischen Objekt selbst, in seiner Produktion als menschliches Artefakt (Schuld der Produktion).
Notizen:
Phobien sind die Erfahrung der Transubstantiation der Dinge. Das phobische Objekt wird transubstantiativ lebendig, indem die Schuld seiner Herkunft hervortritt.
Phobien sind die Entblößung der "Schande der Absolutheit der Dinge" (ZRS, 133). Die Dinge sind nicht absolut und vollkommen, sondern sie zerbrechen, verderben. Doch zum Dingphantasma gehört ihre Vollkommenheit, doch jede Unvollkommenheit der Dinge wird dem Menschen angelastet.
Verweise
Das Produktionsmotiv der Dinge ist die Parade gegen den Tod (als Über-Leben), die vorgestellte Gewalt des Todes wird adaptiert in der Produktion der Dinge (was ihre Gewaltförmigkeit ausmacht).
Schuld
Die Dinge absorbieren phantasmatisch die Schuld, Schuldverschluss verspricht der gelingende Gebrauch, die Konsumtion der Dinge.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen