zitierte Werke
Themen

Traum und Schlaf
Kein Schlaf ohne Traum. Er vollzieht sich zwischen Tiefschlaf und Erwachen als deren Abwehr und erhält sich durch Aufschübe. Erwachen und Tiefschlaf sind die Zerstörung des Traums.
Der Traum beschützt den Schlaf vor dem letztlich tödlichen Tiefschlaf, indem er dessen letalen Sog repräsentativ aufhält. In der Tiefe des Schlafs lauert der Tod als inzestuöser Selbstzusammenschluss. ("Schlaf ist traumbewegter Tod. Tod ist traumloser Schlaf." – Jekels/Bergler, 401)
Im Schlaf droht der Zusammenbruch der Repräsentativität als letztlich tödlicher Selbstzusammenfall, die mystische Einheit. Der Traum verhindert diese letale Inzestvollendung im Schlaf durch seine Wucherungen von Repräsentationen.
Der Schlaf kopiert das Dingphantasma. Die Traumaktivität könnte abhängig sein von der "Schuldkonzentration als Schlaf" (PGS III, 337).
Die rettenden Trauminhalte werden produziert von einem heteronomisierten Subjekt nach den Bildungsgesetzen des Unbewussten: Verschiebung, Verdichtung, Rücksicht auf Darstellbarkeit.
Der Traum ist eine dem Verfall ausgesetzte Hülle, die diesen Verfall selbst repräsentiert. Die Hülle ist die Repräsentativität: ein Verschließen in eine Äußerlichkeit, die das Unbewusste, den Triebgrund verbirgt.
Ludwig Jekels / Edmund Bergler - Triebdualismus im Traum; in: IMAGO. Zeitschrift für psychoanalytische Psychologie ihre Grenzgebiete und Anwendungen XX 1934 Heft 4, 401
Anschlüsse
Foucault, Michel: Einleitung; in: Ludwig Binswanger, Traum und Existenz, 53:
"Auf dem Grunde seines Träumens trifft der Mensch auf seinen Tod, der in seiner uneigentlichsten Form nur die brutale und blutige Unterbrechung des Lebens ist, in seiner eigentlichsten Form aber die Erfüllung seiner Existenz."
Verweise
Differenz ist Repräsentation, Aufschub, Leben. Diese Differenz wird eingeholt, ist gefährdet durch das Indifferenzbegehren, den Einzug von Differenz in Präsenz.
Repräsentation ist die Abhaltung von Präsenz. Insofern dementiert Repräsentation die Absolutheit. Der Inbegriff der Repräsentation ist das »ungetrennt und unvereint« von Körper und Ding.
Das Dingphantasma ist die Repräsentation des Repräsentationsvermögens.
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
APA = Apokalypse des Abbilds
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen