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Wachen versus Schlafen
Das Aufwachen aus dem Traum ist der Übergang von Halluzination zur Wahrnehmung von Realität, was ist die Differenz? - Schlaf ist distanzloses Insichsein, er wird aufgebrochen durch den Traum als Blick gegen das Verschwinden im Schlaf. Der Traum geht in Wachen über, wenn zum Traum als Nur-Hören das Sich-selbst-Hören als Sprechen vom Anderen her hinzukommt.
Zwischen Tiefschlaf und vollständigem Erwachen liegt der Traum und der Wachzustand, wobei letzterer eine andere Art von Traum wäre. Die beiden Enden - der Tiefschlaf und das vollständige Erwachen - laufen beide auf den Tod zu (vollständiges Erwachen als Vollendung der Repräsentation, in der die Repräsentation mit dem Repräsentierten eins würde).
Schlafend gerate ich in einen Zustand der Selbsthypnose, der Selbstabsenz. Der Traum hält das Verschwinden in dieser Selbsthypnose auf. Der Traum ist der Gegenblick wider das Selbstdouble, wobei dieses Selbstdouble durch den Gegenblick entsteht.
Zu unterscheiden ist das Traumsubjekt vom Subjekt, und das Traumsubjekt bin nicht ich, wenn ich träume. Der Selbstbezug wird mir aus der Hand geschlagen zugunsten des Traumsubjekts selber. Es gibt eine Differenz des Subjekts zum Traumsubjekt, und diese Fremdheit ist zu wahren gegen den hermeneutischen Traumzugriff.
Im Übergang vom Traum zum Wachzustand wird die Hypnosenstimme des Selbstdoubles zum Gegensprechen internalisiert. Das Double beginnt zu sprechen, dieses Sprechen wird internalisiert, und dadurch komme ich zu mir selbst. Die Hypnosenstimme ist der Sog des Wegschlafens, gegen den ich mich mit meinem Gegensprechen wehre. Das Gegensprechen erhält dann des Status einer hypostatischen Größe. Und das muss ich mir zu eigen machen. Wenn mir das nicht gelingt, dann kann ich nicht wach werden, bin dazu verurteilt, immer wieder zurückzufallen in den Schlaf. Internalisierung bedeutet die Entmachtung der Hypnosenstimme. Und das geschieht dann selber im Traum. Es ist der Traum, der mich als waches Subjekt gleichsam konstituiert. Wenn ich existiere im Wachzustand, dann als Effekt eines Zuspruchs, wie ein posthypnotischer Auftrag. Das wäre dann die hypnotisierte Willfährigkeit. Und diese ist phantasmatisch hierarchisiert, denn der Andere ist eine Ableitung des Dingverhältnisses. Zuerst kommen die Dinge, Intersubjektivität ist ein Appendix der Dinge.
vorläufige Notizen:
Verweise
Abkürzungen der zitierten Werke:
AML = Aus meinem Leben. Posteriore Urszenen
HPS = Hinführung zu einer Psychoanalyse der Sachen (Pathognostik)
HTH = Hype-Thinking
KAU = Kaum (1-4)
KFO = KoreFashionista
KML = Kainsmale
LDK = Leib - Ding - Körper (I-III)
LIZ = Logik und Inzest (I-III)
LPG = Lectiones pathognosticae
LUI = Logik und Inzest (Die Eule Nr. 4)
MAT = Minora aesthetica
MTA = Metastasen
OAT = Omissa aesthetica
ODC = Oedipus complex
PAK = Psychoanalyse und Kantianismus
PDS = Philosophie der Sexualität (Die Eule Nr. 10)
PGS = Pathognostische Studien (I-XIII)
PIV = Pathognostische Interventionen (I-VI)
RET = Retro (I-III)
RSD = Rückstände
RVL = Revival (1-4)
TDN = Todesnäherungen
TRT = Traum - Traum 1999
TTS = Taumel und Totenstarre
UDS = Die Utopie des Sadismus (Die Eule Nr. 3)
VIO = Violentiae
ZRS = Zerstreuungen