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Subsistenzsexualität \
»Leichengeburt«
Essen ist vernichtende Assimilation des Anderen und das Exkrement das Dokument dieser Tötung.
Leichengeburt
"Zwar kann der Mordenscharakter des Essens schwerlich geleugnet werden, doch die Defäkation schlägt dem Faß des nutrimentalen Mordwesens den Boden aus. In ihr nämlich vollendet sich, die finsteren Machenschaften des korporell inneren Opfertempels verratend, die seinsrettende Schande der Differenz; in dieser Tötungs-bestätigenden Leichengeburt wird sie buchstäblich ruchbar."
Göttliche Gnomen über Gewalt. Eine Sürprise; in: Pathognostische Studien IX, 74
Genealogica Bd. 34. Essen: Die Blaue Eule. 2004
Begriffe: Essen,
 
 
 

Verweise
 
Einerseits ist die Nahrungsaufnahme (Inkorporation) die innigste Vereinigung (Inzest), andererseits werden die Exkremente als schambesetzt verworfen. Warum? Weil sie die Repräsentation des Muttermords sind.
Die Nahrungsaufnahme ist die Aneignung der Eltern, die Verdauung die Auftrennung der Eltern, die Ausscheidung des Exkrements als tote Mutter gelingt kraft des verinnerlichten toten Vaters, die Defäkationslust ist die Rache, Vorbild für die sexuelle Lust.
Die Lebensmittel als stilvoll aufbereitete Mutterleibleichen, einladend zum Verzehr, die Verdauung als tötende Aneignung, schließlich das schamhafte Wegschaffen des exkrementalen Restes wie die Entsorgung einer Leiche. Das alles im Dienst der Erhaltung des Selbst.
Subsistenzsexualität