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Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
»primärer Masochismus«
Der »primäre Masochismus« ist die erotische Besetzung menschlicher Sterblichkeit, er fällt mit dem ursprünglichen Todestrieb als Ursadismus zusammen. Er ist eine grundlegende Voraussetzung menschlichen Lebens, Basis von Menschsein und Ontologie.
»primärer Masochismus«
"Zugespitzt dreht es sich allemal darum, aus der Gesamtmasse des korrupten todgeweihten Fleisches ultimative Ganzkörperlust zu beziehen - »primärer Masochismus«, das ist erotische Todesheiligung, sakramentale Todesweihe, und derart, Urperversion, das Substrat aller, sich dadurch auszeichnender, des einzelnen unschwer ableitbarer Perversionen; ist »conditio sine qua non« von Hominität, eben: »imitatio Christi«. Verdichtete Selbstdarstellung desselben im Sterbensaugenblick, letzte, nein: endgültig un-letzte Erosaufgipfelung im Todesabsturz, finales Orgasmusintegral, das in den einzelnen Perversionen, wie wenn Unsterblichkeit also hergestellt sei, pathogen angeeignet, usurpiert werden will."
Brief an Karl Thomas Petersen; in Leib - Ding - Körper I, 100
Genealogica Bd. 40. Essen: Die Blaue Eule. 2009
 
 
 

Verweise
 
Erst die Beimischung masochistischer Lust macht die menschlichen sexuellen Gewaltentäußerungen (Essen, Defäkation, Generationssexualität) überhaupt möglich. Der Genuss und die Lust verdankt sich dem »primären Masochismus«.
Masochismus ist Todesabwehr durch lustvolle Besetzung der Todesimagination. Nur indem wir unseren Zerfall bejahen, können wir existieren. Der Masochismus ist unsere Überlebensstrategie.
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