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»unio mystica«
Die mystische Einheit ist die anmaßende Einebnung der Differenz von Mensch und Gott. So wie der Christus seine Gottmenschlichkeit mit seinem Tode büßte, wartet die Selbstauslöschung auf denjenigen, der die Differenz zwischen Mensch und Gott tilgen würde.
Gott-Mensch-Indifferenzierung
"»unio mystica« - weshalb häretisch? Der anmaßendsten Indifferenzierung des Gott-Menschverhältnisses wegen. Nur daß diese Urprätention nur um den Preis der Existenzstillstellung im Ganzen arretiert werden könnte. Ferner, viel mehr noch, substantiell christlich ja, die Stipulation der innergöttlichen, dem Gottessohn aufgebürdeten Gottmenschlichkeit; so daß - höchst widersprüchlicherweise - der Christus dann das exekutive Veto menschlicher Gottesarroganz ausmacht."
Diesmal Alles und Nichts; in: Pathognostische Interventionen III, 69
 
 
 
Verweise
 
Mystik ist der Gipfel des Narzissmus: keine Differenz mehr zwischen mir und den Dingen, das Begehren, diese Differenz selbst zu sein. In der mystischen Einheit soll sich die repräsentationskonstitutive Differenz aufheben. Eine inzestuöse Anmaßung der Einswerdung, die zum Tode führte, würde sie nicht in Formen der Derealisierung aufgehalten.