Name
Passwort
Themen

Passagen
Schlaf - Traum - Wachen \
Abwehr des Tiefschlaftodessogs
Die Grenze des Tiefschlafs ist der Tod, der durch Körperbewegungen in der Tiefschlafphase verhindert wird. Pathologisch steigert sich diese Todesparade zum Somnambulismus und Vampirismus.
Abwehr des Tiefschlaftodessogs
"Es ist die Tiefschlafnäherung der Todesgrenze, die den Abstoß von dort in rettende Motilität hinein provoziert. Diese seltsame Kommotion ist die nächtige Form der todestrieblichen Todesparade: kompromissuell in sich zurückschlagende Aufstehensprobe. - Zur pathologischen Ausweitung dieser NREM-Paradoxie gehört vorrangig der Somnambulismus: die Überkompensation einer »abnormen Schlafvertiefung«, symptomatische (Wieder-)Umkehr des inversen Aborts, des letalen Sogs zurück in den Mutterkörper (NREM-Inzestspezies: der Mutter-Sohn-Inzest). Im Vampirismus, der Mythologie des Nachtwandelns, treten diese Inzestverhältnisse offen zutage: Rache-Aussaugung umgekehrt der aussaugenden Mutter als Tochter, als der Zwischenstufe der letztregressiven Geschlechtsmetamorphose in den Tod, Außenverlagerung der Plazenta-Ernährung als Menstruationstrank."
Kainsmale, 108
 
 
 
Verweise
 
Der Traum pariert die Gefährdung des Subjekts durch den letztlich tödlichen Tiefschlaf. Denn in der Tiefe des Schlafs lauert der Tod als inzestuöser Selbstzusammenschluss. Die rettenden Trauminhalte werden produziert von einem heteronomisierten Subjekt nach den Bildungsgesetzen des Unbewussten: Verschiebung, Verdichtung, Rücksicht auf Darstellbarkeit.
Im Schlaf droht der Zusammenbruch der Repräsentativität als letztlich tödlicher Selbstzusammenfall, die mystische Einheit (»unio mystica«). Der Traum verhindert dieses letale Ende des Schlafs durch seine Wucherungen von Repräsentationen.
Schlaf - Traum - Wachen