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Subsistenzsexualität \
Anorexie
Nahrung wird als schuldbehaftet empfunden (was sie auch objektiv ist angesichts der Gewaltverhältnisse ihrer Produktion und der Ungerechtigkeit ihrer Verteilung), diese Schuld wird im Essvorgang bedrohlich freigesetzt und mit der Verweigerung der Nahrungsaufnahme pariert.
Nahrungsverweigerung
"Der in der Anorexie thematisierte Ort der Schuld ist das Nahrungsmittelwesen insgesamt. Und in dieser objektiven Größe besteht der Gehalt der Schuld darin, daß die alimentären Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse ein Unmaß an Nichtäquivalenz, Nichtausgleich aufweisen. (...) Der/die Kranke verhält sich zum Essen so, als sei die Nahrung tabu, behaftet also in sich selber mit schwerer verschlossener Schuld, die sich im Verzehr, den Verzehrenden letztlich vernichtend, freisetzt."
Programmatischer Vorschlag zu einer Ausweitung der Psychoanalyse auf Objektivität; in: Pathognostische Studien II, 18ff.
 
 
 
Verweise
 
Das sich als Anorexie manifestierende Unbewusste der Nahrung (die Schuld der Nahrungsmittelproduktion und -verteilung) macht die Nahrung zum Opfergott, der mich verschlingen will.
Die Nahrungsaufnahme ist inzestuös stigmatisiert - dieses inzestuöse Begehren (es gibt kein Außen, alles ist in mir) scheitert an der Defäkation - koprophagisch wäre der Inzest (das Einssein mit mir) zu retten, aber mit letalen Folgen - stattdessen dann der vorläufig rettende Übergang von den Exkrementen zu den Dingen - und von den Dingen her dann die Rückaneignung der Dinge in den Körper (Psychose - die »Arschmahlzeit der Dinge«).
Subsistenzsexualität