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Defäkation als Mutterleibopfer
Einerseits ist die Nahrungsaufnahme die innigste Vereinigung (Inzest), andererseits werden die Exkremente als schambesetzt verworfen. Warum? Weil sie die Repräsentation des Muttermords sind.
Verdauung als Muttermord
"Der innigste Inzest, das ist die Inkorporation, und entsprechend deren Widerruf in der Exkrementenhergabe wohl am schmerzlichsten. Insbesondere aber drückt sich die fortgesetzte Widersprüchlichkeit dieses Dramas in Beschaffenheit und Behandlung der Ausscheidungen aus. Der Differenzerrettung darin unbeschadet, obgleich auch als Arbeitsleistung und -produkt entschädigend belobigt, stimmt doch etwas mit diesem rettend erretteten Mutterleibrückstand nicht, denn: seinem Wert entgegen - abermals ein Doublebind - muß er verschwinden. Warum eigentlich? Im Inneren des Verdauungskörper-Opfertempels ist der Muttermord geschehen, und die Exkremente, Vorhauch des Todes, sind wie die »Rücksicht auf Darstellbarkeit« der Mutterleibleiche. Lebendig anale Mutter demnach, die selber ihre Kadaverteile (...) wegschafft."
Zur Archäologie der Gewalt; in: Todesnäherungen, 153
 
 
 
Verweise
 
Das Mutterleibopfer geht in der Verdauung nicht restlos auf, übrig bleiben die Exkremente als Geheimnisverrat (Gedächtnis). Vor ihrer Wiedereinverleibung rettet die Produktion der Dinge.