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Dinge
Narzisstische Verdinglichung als Produktionsgrund der Dinge und Krankheit die Spürung der Schuld der Dingproduktion am Ort des Gebrauchs.
narzißtisches Produktionsmotiv der Dinge
"Das narzißtische Übertragungsextrem der Verdinglichung als der paradoxe Zusammenfall von letzter Aufwertung und letzter Abwertung im Sprung von den Personen zu den diese ersetzenden Dingen, das ist bereits das allenthalben verdeckte Motiv der Herstellung von Dingen und mitnichten eine kranke narzißtische Zutat zu denselben, die man von diesen therapeutisch abziehen könne. (...) Was aber ist dann Krankheit? Krankheit ist die Spürbarkeit der schwersten narzißtischen Verfehlung schon in der Herstellung der Dinge, die Spürbarkeit kurzum der Schuld der Produktion am Ort des Gebrauchs; ein »deplaziertes« Gespür, das zu mancherlei Fluchten, und das sind dann die Symptome: Schuldfluchten, veranlaßt."
Psychoanalyse - und wie anders?; in: Pathognostische Studien III, 288f.
Triebabwehr als Produktionsgrund der Dinge
"Die besagte Triebabwehrdramatik ist selbst schon das Produktionsmotiv der Objekte wie der Subjekte, der Dinge wie der Körper, nicht bloß deren konsumatorischer Konsumationshintergrund im Nachhinein."
Korrespondenz mit Werner Pohlmann; in: Lectiones pathognosticae, 147
 
 
 
Verweise
 
Der Narzissmus als Assimilation des Anderen erfüllt sich in der Welt der Dinge, diese stellen sein Unbewusstes dar, absorbieren seine Schuld, die in Krankheit aufbricht.
Pathognostische Aufklärung bewegt sich am Rand der Psychose. Zur Aufschließung des Ding-Unbewussten bedarf es eines Rückbefalls durch dieses, der sich nur deshalb nicht in Pathologie verschließt, weil er sich medial veräußert.
Phantasmatisch verkörpern die Dinge den Tod, Dinge als Todesrepräsentanz bis hin zur Todespräsenz. In der Sicht der pathognostischen Kritik sind die Dinge hingegen Todestriebrepräsentanzen. Der Todestrieb als Inbegriff des Begehrens ist die Produktion der Dinge.
Die menschgemachten Dinge verdanken sich der Verhinderung der Koprophagie. Die Koprophagie ist der Versuch, den in der Defäkation scheiternden nutrimentalen Inzest wieder herzustellen. Stattdessen werden die Exkremente epikalyptisch zu Dingen veräußert.
Alle von Menschen gemachten Dinge sind als seine tote Alterität exkrementale Mutterleibleichen, entstanden aus dem oralen Mutter-Sohn-Inzest, exkremental veräußert dank des Vater-Tochter-Inzest.
Dinge sind die phantasmatische Entschuldung des Körpers, welche den Körper die Dinge begehren lässt, wovor die tautologische Dingverfassung einen prekären Schutz bietet.
Dinge sind die Verheißung der Erlösung des sterblichen menschlichen Körpers: sie setzen die Differenz gegen den tödlichen inzestuösen Indifferenzierungssog, sie absorbieren die Schuld menschlicher Produktion, sie sind das Versprechen der Verfügung über den Tod. Allerdings um den Preis ihrer Waffenförmigkeit.
Das Messietum sowie sein Gegenteil, die Dingaskese, sind eine Sensibilität für die Differenz der Dinge. Das Zerbrechen der Indifferenz des tautologischen Dinggebrauchs wird dingfetischistisch pariert.