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Passagen
Schlaf - Traum - Wachen \
Dingeverzehr - Körperverzehr
Im Wachen zehre ich die Dinge auf durch Repräsentation, bis auf einen exkrementalen Rest, der die Funktion eines vorläufig rettenden Aufschubs hat. Im Tiefschlaf werde ich von den Dingen verzehrt. Und der Widerstand dagegen ist das Träumen.
Dingeverzehr - Körperverzehr
"Subsistentiell (existentiell!) im Wachen sind die Dinge in mir Körper, wo ich sie aufzehre: Dingmortalitätsopfer an die Körperhüllenfühlbarkeit. Die verbleibenden ungenießbaren Außendinge aber fungieren als différance-Inbegriff und damit als wie unendliches, scheiß-iges Opferreservoir nur, mit welcher Fundamentalfunktion sich zwingend erklärt, warum es Krieg, Dingdestruktion - die Voreiligkeit der Zubereitung des Dingspeisebreis für den Gott - gibt/ja geben muß. Umgekehrt im Schlaf aber bin ich Körper im Ding, wo ich aufgezehrt werde: das inverse Opfer, zum Ausgleich dann. Und umgekehrt, körperlich, ich Körper als Dingverzehrresistenz: die Bedingung der Möglichkeit des Träumens, pointiert dann das Exkrement, jedoch dergestalt, daß es, ebenso invers, den fäkalischen Dingablaß als restierendes Körperbelassen, Differenzstattgabe selbst sodann korporell, gäbe."
Traum-Deutungs-Proben; in: Traum - Traum 1999, 328f.
Wien: Passagen Verlag. 1999
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Verweise
 
Zwischen Schlaf und Wachen erzeugt sich das Gedächtnis als Bedingung der Repräsentation von Welt. Im Tiefschlaf nähern sich die Dinge als Tod, als Zusammenfall von Körper und Ding, im Wachzustand werden sie vergegenständlicht. Dazwischen, im Traumübergang, entsteht das Gedächtnis als Mehrwert dieses Transits.
Im Tiefschlaf nähren sich die Dinge vom Körper und zehren ihn aus, deshalb das Frühstück. Weshalb aber die notwendige morgendliche Defäkation wie eine Austreibung nächtlicher Gespenster? Weil das vollgefressene Dingdouble des Körpers sich noch in seinem Inneren befindet.
Dinge sind die phantasmatische Entschuldung des Körpers, welche den Körper die Dinge begehren lässt, wovor die tautologische Dingverfassung einen prekären Schutz bietet.
Schlaf - Traum - Wachen