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Dinge \
Dingmystik
In der Krankheit schwindet der Abstand zu den Dingen, es kommt zur Rückholung der in die Dinge eingeschlossenen Göttlichkeit in den Körper als autonomes Ich. Dieses trägt sich aus als Vernichtung des Anderen.
Anzapfung des Dingarkanums
"Alle Krankheit zapft die in den Dingen untergegangene, als martiale Dinglichkeitserfüllung ebendort subsistierende Sakralität mitsamt deren instantanem Rückschlag als Subjektverfassung, autonomes Ich an; geht also in den Gott ein (und fällt in einem von ihm in kein Anderes ab). (...) Das Heilige, das ist der - in der Krankheitsanzapfung unsentimentalistisch in synchronen Intensitäten tatsächlich noch erfahrbare - nothafte Aberwitz des Absolutheitsphantasmas des ganzen Gotts des Menschen. Es unterhält sich in der rasenden Imperialität der Schlachtung alles heteron: der Geschlechts, der Generation, des Todes selber. Das Heilige: der restlose Inzest-Klumpatsch."
Die eingesperrte Sakralität. Zum Problem des Rest-Heiligen in Psychopathie; in: Retro II, 155f.
Genealogica Bd. 36. Essen: Die Blaue Eule. 2006
 
 
 

Verweise
 
Dinge sind die phantasmatische Entschuldung des Körpers, welche den Körper die Dinge begehren lässt, wovor die tautologische Dingverfassung einen prekären Schutz bietet.
Gegen den tödlichen Sog der Indifferenz (Einheit, Verschmelzung, etc.) setzen sich die schmerzhaften, lebenserhaltenden Differenzen. Aber sie verfallen das Anziehung der Indifferenz und sind nur vorübergehende Aufschübe.
Die menschgemachten Dinge verdanken sich der Verhinderung der Koprophagie. Die Koprophagie ist der Versuch, den in der Defäkation scheiternden nutrimentalen Inzest wieder herzustellen. Stattdessen werden die Exkremente epikalyptisch zu Dingen veräußert.
Das Messietum sowie sein Gegenteil, die Dingaskese, sind eine Sensibilität für die Differenz der Dinge zum Selbst. Das Zerbrechen der Indifferenz des tautologischen Dinggebrauchs wird dingfetischistisch pariert.
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