Themen

Passagen
Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
Eros als Aufschub
Eros bezieht seine Energie aus dem Todestrieb, als Abwehr des Todes entstammt seine Kraft dem Abgewehrten. Es gibt also keinen Triebdualismus von Todestrieb und Eros.
Eros als Aufschub
"Eros wirkt ausschließlich von Gnaden des Todes, gewiss, zugleich aber gegen ihn. Eine absurde These: Das Geschöpf wendet sich, wie ödipal en gros, gegen den Schöpfer? In der Tat - so stellt sich eine Paradoxie ein: dem »Todestrieb«, in Selbstwiderspruch verfangen, die eigene Entmachtung, Selbstentmachtung, passager jedenfalls, einzuräumen, will sagen: das genuine Lebensziel Tod, den Kurzschluss der Zielerreichung (Erzeugung instantan vermittlungslos Verzehr) auszusetzen, den »Zauderrhythmus des Lebens« wiederherzustellen, Selbstaufschub, -differierung, Lebensdilation eigenantagonistisch zu besorgen. Eros, das ist die vorübergehende Selbstdementierung des Todes selbst, diese Absurdität."
Todestrieb. Programm einer Revision; in: Todesnäherungen, 37f.
Düsseldorf: Peras Verlag. 2007
Begriffe: Todestrieb,Eros,
 
 
 

Verweise
 
Der Freudsche Dualismus zwischen Todestrieb und Eros wird aufgegeben zugunsten einer monistischen Todestriebtheorie, in der der Eros die Funktion eines differierenden Aufschubs hat. Dieser Aufschub gestaltet sich als Wendung des Sogs der Selbstzerstörung zur Gewaltveräußerung, zur Sucht, zur Krankheit.
Eros als differierender Aufschub des eigenen Todes in das Töten des Anderen ist nur das Verschieben der Gewalt von innen nach außen. Und dabei nicht bar der Hoffnung, dass sich dabei die Gewalt irgendwie aufbrauchen könnte.
Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb