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Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
Eros als Gewaltveräußerung
Eros als differierender Aufschub des eigenen Todes in das Töten des Anderen ist nur das Verschieben der Gewalt von innen nach außen. Und dabei nicht bar der Hoffnung, dass sich dabei die Gewalt irgendwie aufbrauchen könnte.
Eros als Gewaltveräußerung
"Peremptorische Schuldzitation - das ganze Todestriebärgernis. Was sich als Wundermetabasis von Thanatos zu Eros hinüber auszugeben pflegt, enthüllt sich als ein nur noch todesdilatorisches vom-Regen-in-die-Traufe: vom Selbersterben ins Anderetöten; und dies ohne jede Voraussicht, daß nach dieser Umwendung irgendwann doch einmal dies Gewaltsubstrat, genannt »ursprünglicher Sadismus«, vom Eintritt des reinen Eros post festum durchbrochen werden könnte."
Wissenschaftlichkeit und »ursprünglicher Sadismus«; in: Pathognostische Studien III, 89
Genealogica Bd. 20. Essen: Die Blaue Eule. 1990
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Verweise
 
Eros bezieht seine Energie aus dem Todestrieb, als Abwehr des Todes entstammt seine Kraft dem Abgewehrten. Es gibt also keinen Triebdualismus von Todestrieb und Eros.
Der Freudsche Dualismus zwischen Todestrieb und Eros wird aufgegeben zugunsten einer monistischen Todestriebtheorie, in der der Eros die Funktion eines differierenden Aufschubs hat. Dieser Aufschub gestaltet sich als Wendung des Sogs der Selbstzerstörung zur Gewaltveräußerung, zur Sucht, zur Krankheit.
Der Todestrieb sucht nicht den Tod, sondern wehrt ihn ab, und dies in einer Identifikation mit ihm, indem er ihn vollstreckt und entäußert als Vergegenständlichung. Er ist der Grundvorgang der Menschwerdung.
Die narzisstischen Übertragungsformen zielen auf die Auslöschung des Anderen, es wird ein Teil des Selbst, verfügbar wie ein Ding. Und dies frei von Schuld.
Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb