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Exkremente
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
Leichengeburt
"Zwar kann der Mordenscharakter des Essens schwerlich geleugnet werden, doch die Defäkation schlägt dem Faß des nutrimentalen Mordwesens den Boden aus. In ihr nämlich vollendet sich, die finsteren Machenschaften des korporell inneren Opfertempels verratend, die seinsrettende Schande der Differenz; in dieser Tötungs-bestätigenden Leichengeburt wird sie buchstäblich ruchbar."
Göttliche Gnomen über Gewalt. Eine Sürprise; in: Pathognostische Studien IX,
nutrimentalinzestuöses Scheitern
"Die Exkremente bezeugen, fürs erste, die große Schmach, daß alles orale Begehren: das Einswerden mit dem Nahrungsmittel, korporell anfänglich ja mit dem Mutterkörper, arg versagt. Denn sie kommen auf als provokant versinnlichte Mahnmale eben dieser Differenz, des menschlichen Körpers und seiner alimentären Waren, des nutrimentalinzestuösen Scheiterns."
Schimpfwörter - aufgeklärt wider ihre besinnungslose Ubiquität; in: Pathognostische Studien XII, 168f.

 
Verweise  
Das Scheitern des Begehrens nach Absolutheit, nach Indifferenz, manifestiert sich im Exkrement, das uns so als Differenzanmahnung vermenschlicht.
Gedächtnis als Kompromiss zwischen Koprophagie und Abstoßung der Exkremente. Diese verwandeln sich über die Abwehr der Koprophagie in Dinge.
Das Mutterleibopfer geht in der Verdauung nicht restlos auf, übrig bleiben die Exkremente als Geheimnisverrat (Gedächtnis). Vor ihrer Wiedereinverleibung rettet die Produktion der Dinge.
Einerseits ist die Nahrungsaufnahme die innigste Vereinigung (Inzest), andererseits werden die Exkremente als schambesetzt verworfen. Warum?
Die inzestuöse Anverwandlung des Essens als Aufhebung des Körpers wird gebrochen durch die Differenzierung von Körper und Ding aneinander, vermittelt über die Differenzausfällung der Exkremente, immer bedroht von der koprophagischen Rückaneignung.
Das Wechselspiel von Ausstoßung und Einbehaltung der Exkremente kennzeichnet die anale Phase. Das Exkrement ist die durch orale Einverleibung getötete Mutter, die in Abwehr der koprophagischen Rückaneignung verworfen wird.
Die Nahrungsaneignung ist der Inzest mit der Mutter als Urnahrungsquelle, dieser scheitert in der Exkrementation. Die anale Retention ist der Versuch, dieses Scheitern zu verhindern, also die inzestuöse Fusion zu erhalten (exkrementaler Inzest).
Das Mutterleibopfer geht in der Verdauung nicht restlos auf, übrig bleiben die Exkremente als Geheimnisverrat (Gedächtnis). Vor ihrer Wiedereinverleibung rettet die Produktion der Dinge.
Die Lebensmittel als stilvoll aufbereitete Mutterleibleichen, einladend zum Verzehr, die Verdauung als tötende Aneignung, schließlich das schamhafte Wegschaffen des exkrementalen Restes wie die Entsorgung einer Leiche. Das alles im Dienst der Erhaltung des Selbst.
In der Subsistenzsexualität (Nahrungsaufnahme, Verdauung, Exkrementabgabe) dominiert die Analität, denn das Exkrement repräsentiert den körperlichen Opfervorgang. Das autonome Ich behauptet sich primär als Verbergung und Wegschaffung des Exkrements als Dokument der intestinalen Gewalt.