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Subsistenzsexualität \
Exkremente als Mutterleibleiche
Über die psychoanalytisch etablierte Einsicht in die Aggressivität der analen Ausscheidung hinaus wird die Exkrementation als Muttermord begriffen und der Verzicht auf die inzestuös-koprophagische Rückaneignung der Exkremente als Grundlage der Dingproduktion.
Exkremente als Mutterleibleiche
"Psychoanalytisch wird allenthalben zwar die Aggressivität der »analen Elimination« prononciert, jedoch - außer wohl im Kleinianismus? - die gebührend »ödipale« Qualifizierung dieses Aktes mitsamt seinem Resultat außeracht gelassen: jener, das vollendend mörderische Nachkarten des metabolischen Unvater-garantierten Muttermords - MordMord -, dieses, die Faeces, die defäzierend bestätigte (und verräterisch manifestierte) »Mutterleibleiche«, inklusive der Sperre der koprophagischen Inzestperfektion umwillen der exkrementenvikarierenden, vorerst bis zur tätigen Waffengeburt rettenden, Kulturgenese in Dinglichkeit. »Sadistisch« nennt sich dieser, über Menschheit allentscheidender, Vorgang, und zwar wegen der anreizenden, tragenden, gar selbstzwecklich teleologisierten erotischen Lusteinmischung in dessen Gewalt, anmutend wie die Entschädigung für die Hergabe, widerinzestuös letztlich aber dann doch insofern nicht, als die fetischistische DingKapitalviskösität, kulminierend im regressiv-progressiven Waffenenthusiasmus, mittelbar diesem Verzicht bloß, auf Körperniveau, folgt."
Masochismus; in: Pathognostische Studien XI, 115
Genealogica Bd. 44 Essen: Die Blaue Eule. 2011
 
 
 

Verweise
 
Essen ist vernichtende Assimilation des Anderen und das Exkrement das Dokument dieser Tötung.
Das Essen ist Anderenvernichtung, die sich im Körperinneren vollendet. Ergebnis sind die Exkremente, einerseits Dokumente der Vernichtungsgewalt der Verdauung, andererseits lebensrettende Manifestationen des Scheiterns des nutrimentalen Inzests.
Einerseits ist die Nahrungsaufnahme (Inkorporation) die innigste Vereinigung (Inzest), andererseits werden die Exkremente als schambesetzt verworfen. Warum? Weil sie die Repräsentation des Muttermords sind.
Subsistenzsexualität