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Scham - Schuld - Sucht \
Geld als Schuldträger
Alles hat seinen Preis, alles muss man bezahlen: darin manifestiert sich ein Schuldverhältnis. Mit Geld wird in Gestalt des Opfers die Schuld der Produktion beglichen.
Geld als Schuldträger
"In quasi ontologischem (vs. ontischem) Verstande (Psychoanalysephilosophie vs. Ökonomie) mahnt Geld die Differenz überhaupt an: daß alles etwas kostet, daß alles seinen Preis hat, kurzum: die Universalität des Opfers. Damit zugleich die Gewalt und die Schuld, die im Opfer eo ipso beschlossen liegt - Geld demnach als Beschuldung: indiziert ebenso das Schuldverhältnis überhaupt. Und dies - positiv/aktiv (siehe Kprophagie, und davor schon das exkrementale Tun) - im Sinne der Exekution dieser Kriterien: des Einlösen-, Begleichen-, Zahlen-, Kaufen-könnens."
Geld als Exkrementalsymbol; in: Retro III, 266
 
 
 
Kontexte/Anschlüsse:
Brown, Norman O.: Zukunft im Zeichen des Eros, 329
"In der archaischen Einrichtung des Geschenks ist es die Schuld, die der Geber verlieren will. So gelangen wir auf einer weiteren Bedeutungsschicht zu dem psychoanalytischen Paradox vom analen Charakter des Geldes. Geld ist konzentrierter Reichtum; konzentrierter Reichtum ist konzentrierte Schuld. Aber Schuld ist wesenhaft unrein. (...) Geld ist menschliche Schuld, deren Schlacke hinweggeläutert worden ist, bis es ein reines Kristall der Selbstbestrafung wird; aber es bleibt unrein, weil es Schuld bleibt."
Verweise
 
Die Schuld der Sterblichkeit entäußert sich in die Produktion der Dinge. Die Schuld der Produktion besteht in der Vergewaltigung der Natur, die Schuld der Zirkulation in der ungerechten Verteilung der Dinge, die Schuld der Konsumtion in der Verdeckung der vorausgegangenen Gewalt der Produktion und Verteilung.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Scham - Schuld - Sucht