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Gephyrophobie
"Bekannterma├čen besteht die Realfunktion einer Br├╝cke eben in der ├ťber-Br├╝ckung eines selben Unterbrochenen, in der Vermittlung eines selben Getrennten, der Zusammenf├╝hrung eines selben Entzweiten, mittels Einf├╝gung/Fugenbildung aus dem n├Ąmlichen Stoff, aus dem das Unterbrochene/Getrennte/Entzweite besteht. Die Br├╝cke ist die mechan├ę der (Wieder)herstellung einer Kontinuit├Ąt wider eine Diskretion, einen Einschnitt, Ri├č; der Indifferenz wider die Differenz, psychoanalytisch (paradoxerweise?) des Inzest wider das Inzesttabu. (...) Der Br├╝ckenbau ist somit die Produktion eines Gottes und also immer auch die der G├Âttlichkeit im Ganzen: des Ununterschiedenen (...), des Einzigen, Einen als Alles, des Individuum und des Seins."
┬╗Individuum est ineffabile┬ź? Zur Reichweite von Reservationsbegriffen in der Psychotherapie; in: Pathognostische Studien VI, 73
"Was die Br├╝cke f├╝r den Br├╝ckenphobiker so erschreckend und unbegehbar macht, was abgr├╝ndige Angst an ihr hervorruft und die Bewegungsf├Ąhigkeit wie paralysiert erscheinen l├Ą├čt, das ist keine irgend subjektive Zutat zu derselben, vielmehr der ┬╗Gesamtsinn┬ź der Br├╝cke als solcher, geh├Ârt zu ihr durch und durch und objektiv dazu; ja ist wesentlich (obzwar nicht im Sinne der ┬╗essentia┬ź, vielmehr, wenn schon, ┬╗existenzial┬ź) diese selber."
Dialogue Interieur ├╝ber Pathognostik versus Psychoanalyse; in: Kaum 4, 9
"In pathognostischem Verstande ist in der Gephyrophobie die Br├╝cke als solche Thema, das phobische Objekt selbst als zwingendes Monument der vorg├Ąngigen Untat der kryptischen Aktualit├Ąt des ├ľdipuskomplexes (bis zum Todestrieb) auf dingliche Weise, und das phobische Symptom entsprechend die Indifferenzverkeilung des darin kranken Subjekts mit diesem Objekt, der Differenz-, Vermittlungsdispens zwischen beiden: Despekt des in diesem, dem Objekt, untergegangenen (aufgehobenen) ├ľdipuskomplexes (bis hin zum Todestrieb), so etwas wie der Raub dieser dinglichen Binnenpotenz; und eben nicht die Intersubjektivit├Ątsabdrift isoliert in Infantilit├Ąt, deren Verst├Ârtheitssubsistenz sich kontingenterweise an dingliche Gebrauchszusammenh├Ąnge wie eine Br├╝cke, die nichts sind als sie selbst, anheftet."
Lectiones pathognosticae, 30
"Also darf ich behaupten, da├č die Br├╝cke das ┬╗funktionale Ph├Ąnomen┬ź des ├╝blichen Selbst selber sei, das sich zugleich mit dem Bau etc. von Br├╝cken ausbildet. Die begehbare - und vorher freilich die baubare - Br├╝cke ist der untergegangene ├ľdipuskomplex selber; die nicht begehbare indessen der nichtuntergegangende ├ľdipuskomples als Krankheit, hier als Br├╝ckenphobie."
Dialogue Interieur ├╝ber Pathognostik versus Psychoanalyse; in: Kaum 4, 12
"Die Angst, ins Wasser springen zu m├╝ssen, ist quasi die Rache des Wassers an seiner Bew├Ąltigung durch die Br├╝cke, der drohende Zwang des S├╝hneopfers dieser Anma├čung."
Korrespondenz mit Werner Pohlmann; in: Lectiones pathognosticae, 148

Ausführungen  
Verweise