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Gephyrophobie
Brückenphobie
"Was die Brücke für den Brückenphobiker so erschreckend und unbegehbar macht, was abgründige Angst an ihr hervorruft und die Bewegungsfähigkeit wie paralysiert erscheinen läßt, das ist keine irgend subjektive Zutat zu derselben, vielmehr der »Gesamtsinn« der Brücke als solcher, gehört zu ihr durch und durch und objektiv dazu; ja ist wesentlich (obzwar nicht im Sinne der »essentia«, vielmehr, wenn schon, »existenzial«) diese selber."
Dialogue Interieur über Pathognostik versus Psychoanalyse; in: Kaum 4, 9
fehlende Differenz
"In pathognostischem Verstande ist in der Gephyrophobie die Brücke als solche Thema, das phobische Objekt selbst als zwingendes Monument der vorgängigen Untat der kryptischen Aktualität des Ödipuskomplexes (bis zum Todestrieb) auf dingliche Weise, und das phobische Symptom entsprechend die Indifferenzverkeilung des darin kranken Subjekts mit diesem Objekt, der Differenz-, Vermittlungsdispens zwischen beiden: Despekt des in diesem, dem Objekt, untergegangenen (aufgehobenen) Ödipuskomplexes (bis hin zum Todestrieb), so etwas wie der Raub dieser dinglichen Binnenpotenz; und eben nicht die Intersubjektivitätsabdrift isoliert in Infantilität, deren Verstörtheitssubsistenz sich kontingenterweise an dingliche Gebrauchszusammenhänge wie eine Brücke, die nichts sind als sie selbst, anheftet."
Lectiones pathognosticae, 30
nicht untergegangener Ödipuskomplex
"Also darf ich behaupten, daß die Brücke das »funktionale Phänomen« des üblichen Selbst selber sei, das sich zugleich mit dem Bau etc. von Brücken ausbildet. Die begehbare - und vorher freilich die baubare - Brücke ist der untergegangene Ödipuskomplex selber; die nicht begehbare indessen der nichtuntergegangende Ödipuskomples als Krankheit, hier als Brückenphobie."
Dialogue Interieur über Pathognostik versus Psychoanalyse; in: Kaum 4, 12

Verweise  
Ausführungen