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Geschwisterinzest
Die Faszination des Geschwisterinzests gründet in der Vorstellung, die Eltern zu ersetzen und sich so ihrem inzestuösen Zugriff zu entziehen. Er ist die Abwehr eines Inzests durch einen Inzest.
Geschwisterinzest
"Diese Inzestart simuliert die darin dem Anspruch nach ersetzten Eltern, sie spielt diese äußerst nothaft indessen quasi nach. Der Geschwisterinzest, die Elternkopie durch Bruder und Schwester, stellt die notgeborene, vorerst rettende Parade dagegen dar, daß Sohn und Tochter durch Vater und Mutter Vater-Tochter- und Mutter-Sohn-inzestuös »rückeingesogen« werden. Es handelt sich demnach um die mimetische Maßnahme der selbst inzestuösen Abwehr eines doppelten, letztlich vernichtenden Inzests, um einen symptomatischen Fluchtweg (vom Regen in die Traufe!), der die Hypothek des Ausgangs übernimmt (sich dadurch übernimmt!) und quasi mit sich selbst abzutragen sucht."
»Alle Menschen werden Brüder ...«. Mytho-philosophische Anmerkungen zum Geschwisterproblem; in: Pathognostische Studien V, 19
 
 
 
Verweise
 
Die Medien stellen eine Verwirklichung der Indifferenz dar. Sie entsprechen dem Geschwisterinzest. Der Geschwisterinzest ist die Einebnung der sexuellen Differenz.
Der Geschwisterinzest verschleiert seine Herkunft aus dem Vater-Tochter-Inzest und dem Mutter-Sohn-Inzest durch Selbstbezüglichkeit der Simulation: jede Referenz wird zur Simulation und breitet sich aus als Schein referenzloser Medialität.
Die Ersetzung der Dinge durch Bilder oder die Vollendung der Warenwelt in der Reklame sind Ausprägungen des medialen Geschwisterinzest. Der Geschwisterinzest ist die simulative Ersetzung von Mutter und Vater und entspricht der medialen Indifferenzierung.
Das Symbolische besteht aus zwei Inzestfiguren: Signifikat als Vater-Tochter-Inzest (Produktion) und Signifikant als Mutter-Sohn-Inzest (Konsumtion). Das Imaginäre als Geschwisterinzest ist die Aufhebung des Symbolischen.