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Gewalt \
Gewalt
Zivilisation/Kultur ist das Ergebnis todestriebbestimmter Gewalt- und Schuldveräußerung, die sich in ihren Produkten verschließt. Je starker die Unschuldsbehauptung, desto größer das Gewaltpotenzial.
Sterblichkeit und Selbstbewusstsein
"Wir sind, Gewaltwesen schlechthin,uns selbst, unserer Sterblichkeit,dem menschkriterialen absurdesten Ineins von Tod und sichwissendem Wissen, Selbstbewußtsein, schier nicht gewachsen, und also todestriebstigmatisiert längst schon vor dem ersten Atemzug. Und die spätestens bourgeoise Prononcierung der Menschheitsemanzipation grosso modo, des Gattungsheils durch die »Entfesselung der technologischen Produktivkräfte«, unseres einzigen mörderischen Fortschrittshorts, zu invertieren trachten, liefe auf den verdichtenden Entleih derjenigen kulturalen Gewalt hinaus, die abzuschaffen ja der bodenlos regressive Vorsatz war."
Explanatorische Skizze und Thesen zum Massenmörder Anders Behring Breivik; in: Pathognostische Studien XII, 136
 
 
 
Verweise
 
Schuldfreiheit ist eine Illusion, die eine Gewaltsteigerung zur Folge hat. Nur scheinbar verschwindet die Schuld in den Dingen oder in der Vorstellung eines autarken Subjekts.
Sprache ist Repräsentation, d.h. Ersetzung, und Ersetzung ist ein Opfervorgang, eine Tötung. Das Sprach- und Vorstellungsvermögen ist in sich gewaltförmig.
Zerstörung und Krieg sind Zuspitzungen der phantasmatischen Herrschaft über Zeit und Tod und insofern menschlich unausweichlich.
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