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Gewalt
"Die Normalität ist nichts anderes als die Gewaltinversion, die abgedeckte und ausgedehnte, dessen, was in Krankheit als Selbstopferung imponiert (und im Verbrechen als tätliche Verdichtungstravestie derselben)."
Brief an Rainer Schubert; in: Rudolf Heinz / Rainer Schubert, Genealogie und Gewissen. Briefwechsel 1984-1986, 64
"Wir sind, Gewaltwesen schlechthin,uns selbst, unserer Sterblichkeit,dem menschkriterialen absurdesten Ineins von Tod und sichwissendem Wissen, Selbstbewußtsein, schier nicht gewachsen, und also todestriebstigmatisiert längst schon vor dem ersten Atemzug."
Explanatorische Skizze und Thesen zum Massenmörder Anders Behring Breivik; in: Agora 2013, 54
"Der gesamte noch so fortschrittliche Zivilisations- und Kulturprozeß wird das Stigma von Gewalt und Schuld nicht los, ja, je nachdrücklicher das Exkulpationsbegehren und die Exkulpiertheitsbehauptung, umso drohender gerät die Gewaltaufladung derjenigen Gebilde, in die hinein die betreffende Schuld vermeintlich verschwinden gemacht worden sei. Demnach wäre die Todestriebtheorie lesbar zu machen als die psychoanalytisch umfassendste Genealogie der Gewalt und Schuld subjektiv wie objektiv nicht auflösenden Verdinglichung, die Unmöglichkeit erlösender Selbstverdinglichung."
Kleinbürger-double-binds; in: Pathognostische Studien III, 110
"(Weshalb Krieg, weshalb bringt es die Menschheit nicht zustande, den Inbegriff ihrer selbst, Kultur, nicht zu zerstören?) Pallas Athene weint nicht! - weil Zerstörung der phantasmatische Gipfel der Herrschaft über Zeitlichkeit, Vergängnis, Tod sei: der verheißungsvollste Schein der endgültigen Abwendung des Nichts, paradoxerweise, homöopathisch. Und Krankheit ist diesem Phantasma hörig, im Extrem so weitgehend, daß sie sich Strafe, die auf dem Fuße dieser Todesusurpation folgt, als Selbsthermetisierung zirkulär hypergläubig selbstverpaßt."
Zur Philosophie von Krankheit; in: Retro III, 148

Ausführungen  
vorläufige Notizen