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Gewalt \
Gewalt und Schuld
Schuldfreiheit ist eine Illusion, die eine Gewaltsteigerung zur Folge hat. Nur scheinbar verschwindet die Schuld in den Dingen oder in der Vorstellung eines autarken Subjekts.
Unauflösbarkeit von Gewalt und Schuld
"Der gesamte noch so fortschrittliche Zivilisations- und Kulturprozeß wird das Stigma von Gewalt und Schuld nicht los, ja, je nachdrücklicher das Exkulpationsbegehren und die Exkulpiertheitsbehauptung, umso drohender gerät die Gewaltaufladung derjenigen Gebilde, in die hinein die betreffende Schuld vermeintlich verschwinden gemacht worden sei. Demnach wäre die Todestriebtheorie lesbar zu machen als die psychoanalytisch umfassendste Genealogie der Gewalt und Schuld subjektiv wie objektiv nicht auflösenden Verdinglichung, die Unmöglichkeit erlösender Selbstverdinglichung."
Kleinbürger-double-binds; in: Pathognostische Studien III, 110
Genealogica Bd. 20. Essen: Die Blaue Eule. 1990
 
 
 

Verweise
 
Gewalt
Zivilisation/Kultur ist das Ergebnis todestriebbestimmter Gewalt- und Schuldveräußerung, die sich in ihren Produkten verschließt. Je stärker die Unschuldsbehauptung, desto größer das Gewaltpotenzial.
Schuld
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Die »Urschuld« der gewussten Sterblichkeit wird phantasmatisch »transzendiert«, in göttliche Unsterblichkeit, Absolutheit, Autarkie, was eine Schuldsteigerung bedeutet.
Gewalt