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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Gottesbegierde als Triebinbegriff
Die drei Ausgestaltungen des Triebes: sich sein eigener Ursprung sein, selbst alles sein, der Tod sein = das nothafte Gottesbegehren nach Absolutheit, Kern der Metaphysik.
Gottesbegierde als Triebinbegriff
"Inbegriff nämlich aller dreier Triebversionen: die menschliche Gottes­begierde und Gottesnot der Absolutheit, der Indifferenz, psychoanalytisch markant: des Inzests, der Selbstgebärung, sich selbst sein eigener Ursprung zu sein - kognationsgenerisch generationssexuell: der Ödipuskomplex; derselbe, als - wie autonome - Innenbewegung allzeit nothaft imperialer Selbstreferenz: der Narzissmus; derselbe, auf seinen Letzt(un)grund Tod und dessen wiederum tödliche Aufschübe, die Lebens-Vorläufigkeiten - zuerst die Dinge - rückbezogen: der »Todestrieb«" - zweifellos eine Progreßsequenz von Metaphysik und deren Krisis ineinem, allerdings dann nur comme il faut statuierbar, wenn der Wissenschaftsanspruch daran fällt, der sich - bezeichnenderweise bis auf den Todestrieb - im Sinne infantil-psychogenetischer Restriktionen Theorieumfangs-schmälernd austrägt."
Ist der Todestrieb - insbesondere als ein für die psychoanalytische Praxis brauchbares Theorem - zu retten?; in: Pathognostische Studien VIII, 139
Begriffe: Gottesphantasma,
 
 
 

Verweise
 
Beim Menschen gibt es keine »natürlichen« Triebe. Jede Triebregung ist überformt vom inzestuös-narzisstischen, das Selbstbewusstsein ausmachenden Begehren nach Selbstgründung, vor dem nur die verdinglichende Repräsentation schützt.
Sich selbst sein eigener Ursprung sein, dies der Inbegriff des Triebes, weil menschlich alle »natürlichen« Triebe immer schon vom Begehren überformt sind. Das Begehren geht auf Absolutheit, auf seine eigene Abschaffung in schuldfreier Autarkie: das Gottesphantasma.
Ödipuskomplex, Narzissmus und Todestrieb sind sich steigernde Austragungen des Absolutheitsphantasmas (Ersetzung der Eltern, Zerstörung des Anderen, Verkörperung des Todes).
Ursprungsaneignung (Inzest)