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Schlaf - Traum - Wachen \
Hüter und Zerstörer des Schlafs
Der Traum beschützt und zerstört den Schlaf zugleich, weil seine Parade des tödlichen Sogs des Tiefschlafs irgendwann zerbrechen muss.
Hüter und Zerstörer des Schlafs
"Funktional insichhinein aktualisiert, fungiert der Traum - ubiquitär sein paradoxales Wesen! - notorisch als »Hüter des Schlafs«, nicht weniger aber als dessen Gegenteil: der Schlafzerstörung. Dem Ende zu - dem Dauerende seiner selbst, das er als Ganzer ist - läuft er allemal auf die entschuldigende Selbsterklärung, sich, trotz aller erdenklichen Mühen, nicht erhalten zu können, sich leider aufgeben zu müssen, hinaus; auf die achselzuckende Rechtfertigung des Erwachens - nein, das hätte so doch nicht weitergehen dürfen, wer merkte es nicht? Dies Letzte letztendlich bedeutete er - les adieux -, schlafwahrend noch und gleichzeitig schlafpreisgebend schon."
Somnium iterum (in enarratione elate); in: Pathognostische Studien VI, 81
 
 
 
Verweise
 
Der Traum ist eine dem Verfall ausgesetzte Hülle, die diesen Verfall selbst repräsentiert. Die Hülle ist die Repräsentativität: ein Verschließen in eine Äußerlichkeit, die das Unbewusste, den Triebgrund verbirgt. Eine Hülle kann undurchsichtig, durchsichtig, brüchig sein oder auch zerplatzen.
Der Traum besitzt eine doppelte Funktion: er schützt vor der Tödlichkeit des Tiefschlafs, indem er den letalen Sog repräsentativ aufhält, und vor dem Aufwachen, indem er Außenreize traumimmanent abbildet.
Schlaf - Traum - Wachen