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Schlaf - Traum - Wachen \
Hüter und Zerstörer des Schlafs
Der Traum beschützt und zerstört den Schlaf zugleich, weil seine Parade des tödlichen Sogs des Tiefschlafs irgendwann zerbrechen muss.
Hüter und Zerstörer des Schlafs
"Funktional insichhinein aktualisiert, fungiert der Traum - ubiquitär sein paradoxales Wesen! - notorisch als »Hüter des Schlafs«, nicht weniger aber als dessen Gegenteil: der Schlafzerstörung. Dem Ende zu - dem Dauerende seiner selbst, das er als Ganzer ist - läuft er allemal auf die entschuldigende Selbsterklärung, sich, trotz aller erdenklichen Mühen, nicht erhalten zu können, sich leider aufgeben zu müssen, hinaus; auf die achselzuckende Rechtfertigung des Erwachens - nein, das hätte so doch nicht weitergehen dürfen, wer merkte es nicht? Dies Letzte letztendlich bedeutete er - les adieux -, schlafwahrend noch und gleichzeitig schlafpreisgebend schon."
Somnium iterum (in enarratione elate); in: Pathognostische Studien VI, 81
Genealogica Bd. 29 Essen: Die Blaue Eule. 2000
Begriffe: Traum,
 
 
 

Verweise
 
Der Traum beschützt den Schlaf nach den zwei Seiten hin, die ihn bedrohen: der Tödlichkeit des Tiefschlafs, indem er den letalen Sog repräsentativ aufhält, und dem Aufwachen, indem er Außenreize traumimmanent abbildet.
Der Traum ist eine dem Verfall ausgesetzte Hülle, die diesen Verfall selbst repräsentiert. Die Hülle ist die Repräsentativität: ein Verschließen in eine Äußerlichkeit, die das Unbewusste, den Triebgrund verbirgt. Eine Hülle kann undurchsichtig, durchsichtig, brüchig sein oder auch zerplatzen.
Mit dem Erwachen zerfällt die Traumrepräsentativität, was tödlich wäre, träte nicht an ihre Stelle der Bezug zur Welt, zu den Dingen, - ein Derivat des Tiefschlafs.
Das Aufwachen aus dem Traum ist der Übergang von Halluzination zur Wahrnehmung von Realität, was ist die Differenz? - Schlaf ist distanzloses Insichsein, er wird aufgebrochen durch den Traum als Blick gegen das Verschwinden im Schlaf. Der Traum geht in Wachen über, wenn zum Traum als Nur-Hören das Sich-selbst-Hören als Sprechen vom Anderen her hinzukommt.
Schlaf - Traum - Wachen