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Individuationsfigur und Inzestfigur
Individuationsfigur und Inzestfigur sind Gestalten der Schuld der Produktion, die sich als das Phantasma des Symptoms manifestieren: die Aufzehrung der Mutter mittels des introjizierten toten Vaters (Individuationsfigur) und die Aufzehrung des Vater-Sohnes in der Mutter (Inzestfigur).
scheiternde Selbstrettung
"Alle Symptombildung (...) kann als existenzrettende, wenn­gleich im Gegen­zug wieder existenzeinschränkende Symboli­sierungs-, also Ich-Leistung gelesen werden. Dem Gehalt nach gibt sie durchgehend, offen oder ver­deckt, eine radikale Indivi­duationsfigur ab, durch die hindurch sich eine ebenso radikale Inzestfigur als deren korrespondierende Leidensfolie ab­zeich­net. Im Psychopathologieextrem sind diese beiden Figuren im Sinne der symptomentscheidenden Passivitäts-, Aktivitätsumwandlung und ganz und gar dialektisch (im strengen Sinne dieser Bezeichnung) aufeinander bezogen; aus dem aufzehrenden Ursprung (der Inzestfigur) wird - quasi inhaltsgleich seitenvertauscht - der aufgezehrte Ursprung (die entspre­chende Individuationsfigur). Inhaltlich ausgedrückt gibt es kein anderes Symptom­substrat als dieses: sich selbst zum Vater zu werden und als solcher die Mutter aufzuzehren. So die Individuationsfigur; und die korres­pondierende inzestuöse: selbst als Vater in der Mutter aufgezehrt zu sein. Das Symptomphantasma definiert die totale Ausbreitung des Sohnes-Vaters in der Mutter, oder, wenn man so will, die Freigabe des Mutter-Phallus als deren Auslöschung, phallische Ersetzung, als des Inbegriffs von Individuation."
Die Utopie des Sadismus in: Die Eule Nr. 3, 27
 
 
 
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