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IntellektualitÀt
"Die Erhaltungsform IntellektualitĂ€t hingegen, auf der einzig auch die Pathognostik bis in ihre Praxisversuche hinein beruht, balanciert ĂŒber dem Abgrund von Krankheit gleichermaßen wie ĂŒber demjenigen der NormalitĂ€t; und wenn ihr Balanceakt gelingt, so verbraucht sie die adaptierte Gewalt des Normalen, um den Gnosisbefall durchs Autarkiephantasma in Krankheit abzutrennen, zu stellen, sichtbar zu machen. Insbesondere lĂ€uft sie Gefahr, der vorherrschenden Verkommenheitsform des Normalen zu verfallen, der Universalverkitschung dieses Heiligen nĂ€mlich als demokratisiertem All-Eingedenken: der Verwechslung der immer gefĂ€hrdeten Glashaut der IntellektualitĂ€t mit dem Ursprung des Seins selber, kurzum dem wahren BĂŒrgergeist."
Selbstkommentar zum Beitrag: Die eingesperrte SakralitÀt; in Kaum 3, 75
"... daß unsere Diskussion hier, wie ĂŒberhaupt Sprache und Schrift, nicht nicht abwehrfundiert sein kann, allerdings auf eine besondere Weise, sofern die Abwehr das Abgewehrte trans­parent einpackt, wie durch eine durchsichtige SchutzhĂŒlle offen-sichtlich sein lĂ€ĂŸt. Und, mehr noch: dieser paradoxe Vorgang ist im ganzen abwehrhaft, und zwar im Sinne von Beschwörung, des magischen Akts der Offenlegung (Apo-kalypse, im Unter­schied zur kontrĂ€ren Magie der Epi-kalypse), einer Einsichtserhal­tung, die zum einzigen Wahrheitspathos von AufklĂ€rungsheroik stilisiert, allerdings allzu leicht darĂŒber hinwegtĂ€uscht, daß sie keineswegs aller Abwehr, unbeschadet der paradoxen Abwehr­form, die sie trĂ€gt, ledig ist: welcher Ausfall ja tödlich wĂ€re."
Ödipus' Tod. Über eine psychoanalytische Auslassung; in: Retro III, 127
"IntellektualitĂ€t, Gnosis. Sie trĂ€umt nicht von der tödlichen Toten­erweckung des Mutterleibs nach des­sen Schlachtung durch dessen Verzehr in der FĂŒhlbarkeit des Verzehrenden (freilich ebensowenig von der NormalitĂ€tsinversion desselben Vorgangs; Permanenz frommer GedĂ€chtnisfeier fĂŒr den unerweckten, ein­verleibten); nein, sie kommt nicht umhin, verzweifelt nicht umhin, denselben tot sein zu lassen, ganz tot, den Rest der frommen Totenehrung aber funktioniert sie um in die Externalisierungsform der Verschriftung, TĂ€towierung, Graffiti: Totenerweckungs­sur­rogat als Schandschreibe auf der an je diesen Stellen untangier­ten Leiche. Zwischending. Versteht sich, daß dies alles schon Himmelsspeise-(Mana)-Geschichten sind, in der Travestiesprache des »Oedipus for ever« Arschmahlzeiten, wobei ja die Exkremen­talitĂ€t den durchgebrochensten Übergang zwischen »Körper« und dieser seiner Transfiguration (das ReprĂ€sentations­wesen insge­samt) ausmacht."
Pathognostische Miniaturen I; in: Kaum 4, 94f.
"Vertraut man sich aber dem Kollaps des allherrschenden Mehrwerts in seinen Exkrementalundergrounds an (wie das möglich ist?), so werden die Exkremente zu memorials, zum UrgedÀchtnis; IntellektualitÀt, das ist Exkrementenschau."
Schamnotizen; in: Pathognostische Studien II, 86
"Welche Rede also fĂŒhren wir? Eine ĂŒberflĂŒssige Scheinrede, die weder die Konsumtion entriert noch aber deren (logische) Inhibition. Es ist selbst eine Art von Todesrede der MemorialitĂ€t, die eine Art von Relikt, RĂŒckstand reminiszierter TodeskontrarietĂ€t aufrechterhĂ€lt; ein wahrlich ungewollter SubjektivitĂ€tswiderhall ganz nur noch von Gnaden dieses Einen Gottes."
Philosophie der Krankheit in: Die Eule Nr. 7, 1982, 45

Ausführungen  
Verweise