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Inzest
Der Inzest ist die Anmaßung des eigenen Ursprungs im alles Andere ausschließenden Selbstbezug. Letztlich ist der Inzest tödlich wie auch der Tod selbst als Zusammenfall mit sich selbst.
Gehalte des Unbewussten
"Die Reservat-Gehalte des Unbewußten sind die Inzeste - traditionell psychoanalytisch an erster Stelle der Mutter-Sohn-Inzest - als die nach ihrem Schweregrad gestuften, letztlich tödlichen Weisen der Anmaßung des Ursprungs/des ausschließlichen Selbstbezugs."
Zur traumatologischen Gedächtniskonstitution im Ausgang von der Psychoanalyse I und II; in: Pathognostische Studien VI, 128
Spontaneität
"Im Register der Generationssexualität stellt der Inzest die zu Bruch gehende Überwertigkeit der Spontaneität dar: das göttliche Selbst-alles-sein, in den Count-down zum Tode umgeschlagen. Spontaneität decouvriert sich so als zutiefst kollapsisch ♂ homo-sexuell: letale Opferung des Anderen des Geschlechts, des sexuellen heteron, um des eigenen Bestandes, der Groteske seiner Absolutheit willen."
Pathophilosophische Einfälle ins rettende Desaster von Freiheit; in: Pathognostische Studien X, 215
 
 
 
Verweise
 
Selbstgründung als Aneignung des Ursprungs vollzieht sich als Vernichtung der Alterität. Die Verkörperung von Andersheit ist letztlich der Mutterkörper, dessen Vernichtung sich in der Produktion der Dinge vollendet.
Ichautonomie ist in sich gewaltförmig, verdankt sich der inzestuösen Aneignung des mütterlichen Ursprungs mittels des toten Vaters. Das Ich ist die Verhüllung von Vatermord und Mutterinzest.
Die Faszination des Geschwisterinzests gründet in der Vorstellung, die Eltern zu ersetzen und sich so ihrem inzestuösen Zugriff zu entziehen. Er ist die Abwehr eines Inzests durch einen Inzest.
Im Tod erfüllt sich der inzestuöse Wunsch nach Aneignung des eigenen Ursprungs, indem er sich ineins vernichtet.
Die einzelnen Schlafphasen entsprechen den Inzestformen: Tiefschlaf = Mutter-Sohn-Inzest, Vortraumschlaf = Vater-Sohn-Inzest, Traum = Geschwisterinzest
Die Inzeste des Ödipuskomplexes: der oral-einverleibende Mutter-Sohn-Inzest, der anal-ausstoßende Vater-Tochter-Inzest und der urogenitale Geschwisterinzest werden zugeordnet den Bereichen der Konsumtion, Produktion und »Aufzeichnung«.
Die Exkremente manifestieren das Scheitern des nutrimentalen Inzests. Dieses Scheitern will der exkrementale Inzest rückgängig machen. Die drohende tödliche Indifferenz löst sich auf in der Herstellung der Dinge, die an die Stelle der Exkremente treten.