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Generationssexualität \
Kopulation
Aus männlicher Sicht gelingt die körperliche Vereinigung - das Eindringen - nur dann ohne Erektionsverlust, wenn der umfangende Hohlraum zu einer Selbsteinstülpung wird.
2. Phase: Kopulation. Inversion des Sehens
"Wie errettet man sich vom sicheren Tode des Narziß, wenn die Kraft des Sehens verlischt, die Sehensprojektion genötigt scheint, sich ganz in inneres Sehen zu verwandeln - ebenso ein memoriakonstitutives Krisismotiv? Die gesamte (visuelle) Vorarbeit steht auf dem Spiel, wenn diese metabasis nicht gelingt, ihr Verspielen das Ende von Mann/Mensch. Die Reüssierensbedingung, sie aktualisiert sich in der phallischen Selbsteinstülpung des Anderen, des also berührbar gemachten, nicht heterogenitätsabfälligen Nichts. Wenn man es fertigbringt, die tödliche Unsichtbarkeit der Materiekontiguität humanistisch zu subvertieren in die memoriale Binnenimagination, fensterlose Vorstellung reiner Selbsthohlraumhaftigkeit (...) umpfänge ich mich selbst, dränge ich in mich selber ein, gefahrlos."
Philosophie der Sexualität; in: Die Eule Nr. 10, 1983, 57f.
 
 
 
Verweise
 
Eine visuelle Fetischisierung ist die Voraussetzung der (männlichen) Sexualität. Diese Verbildlichung verengt sich vom Gesamtkörper zum Genitalbereich. Dem so zur Disposition gebrachten Anderen gegenüber bringt sich dann die Erektion in Stellung.
Die sich erfüllende Lust (Orgasmus) ist die Bestätigung des Selbst als seine Selbstermächtigung. Je mehr sie sich mit dem Schein harmloser Normalität umgibt, desto mehr verfällt sie der Schuld einer blinden Selbstapotheose.
In der (männlichen) Ejakulation wird der durch die vorangegangenen Dispositionsmaßnahmen gewonnene Selbstraum in einem selbstvergöttlichenden Indifferenzdelir ausgefüllt.
Generationssexualität