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Krankheit als Schuldflucht
Krankheit ist scheiternde Flucht vor der Schuld, indem sich in der Krankheit die Schuld in eine blinde Sühne zu verschließen sucht.
Krankheit als Schuldflucht
"Wie immer besteht das Pathologieproblem darin, den Schuldaufriß, dermatologisch hier am Körper-Ding-Übergang als solchem (de)plaziert, zu fliehen; Pathologie als frustrane Schuldflucht. Man muß sich schon eine ganze Menge, ganze Systeme von Schuldfluchten einfallen lassen, wenn es etwa der Bedrängnis einer Therapie wegen nicht mehr vergönnt ist, das selbstsanktionelle Leiden, so es ein solches ist, als abschließende hermetisierende Sühne für die gnosisverdächtige Prätention in Krankheit zu betreiben; wenn also diese letzte Schuldflucht in die selbstinszenierte Eigensühne versagt."
Hautaffektionen und Werbewesen; in: Pathognostische Studien III, 173
 
 
 
Kontexte/Anschlüsse:
Groddeck, Georg: Krankheit als Symbol. Schriften zur Psychosomatik, 174
"Krankheit, und das ist eine Lockung, der schwer zu widerstehen ist, macht schuldlos. Der Kranke hat kein Schuldbewußtsein, oder wenigstens besitzt er ein Mittel, das Schuldgefühl zu vernichten, dadurch zu vernichten, daß er immer kränker wird, am Ende die Erkrankung so weit treibt, daß jedes Bewußtsein und damit jedes Verantwortungsgefühl aufhört."
Verweise