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Pathognostik \
Kritik der Übertragung
Die Übertragung erzeugt eine Asymmetrie, in der der Analytiker/die Analytikerin eine entschuldende Vergöttlichung erfährt. Dieser entspricht das über sich selbst verfügende Ich als Ziel des psychoanalytischen Verfahrens.
Übertragung
"Die orthodoxe Handhabung der Übertragung besteht in einer Art von paranoischer Sprachimperativität. Die Chancen sind nämlich fast gleich null, daß der Analytiker nicht doch seine prekäre Apotheose erfährt: als »Person«, wie man das ausdrückt, muß er schuldabsorbierenden Dingstatus annehmen, ein heilig sprechend Ding sein."
Dialogue Interieur über Pathognostik versus Psychoanalyse; in: KAUM. Halbjahresschrift für Pathognostik 4, 19
Wetzlar. Büchse der Pandora. 1987
Begriffe: Übertragung,
 
 
 
Anschlüsse:
Fagioli, Massimo: Todestrieb und Erkenntnis, 26
"Wie der Begriff der Übertragung aussagt, stellt der Analytiker a priori ein sadistisches oder generell verfälschtes Vorstellungsbild dar: er ist die Projektion von Identifizierungen des Patienten, die auf der Grundlage momentaner oder früherer Ambivalenz entstanden sind."

Verweise
 
An die Stelle der Übertragung als therapeutisches Medium tritt in der Pathognostik eine Art von Begleitung, die vermeiden will, den Analysanden/die Analysandin dem Anspruch einer Selbstfügung zu unterwerfen.
In der Übertragung wird die Krankheit betrogen durch ein Ideal, das sich im Analytiker/in der Analytikerin verkörpert. Dies geschieht durch eine übertragungsvermittelte Rückführung auf kindlich-ödipale Reminiszenzen.
Die konventionelle Praxis der Psychoanalyse läuft auf einen Verschluss des Unbewussten hinaus, insofern die Stabilisierung des autonomen Ichs das Praxisziel ist, dem die Unschuldsbehauptung der Dinge entspricht.
Pathognostik